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Belastung

Trauma statt Party: Wenn Böller Kriegserinnerungen wecken

Trauma statt Party: Wenn Böller Kriegserinnerungen wecken
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2 Min. Lesezeit |

Wenn der Himmel leuchtet, beginnt für manche der Kampf mit den Dämonen. Silvesterfeuerwerk wird für Kriegsveteranen zur psychischen Belastungsprobe.

Das Jahr 2025 geht zu Ende, und mit dem bevorstehenden Jahreswechsel rücken auch die traditionellen Silvesterrituale wieder in den Fokus. Während Wachsgießen und der Klassiker „Dinner for One“ fest zum Jahresabschluss gehören, steht besonders das mitternächtliche Feuerwerk zunehmend in der Kritik. Die Bilanz der vergangenen Jahre ist erschreckend: Verwüstete Innenstadtbereiche, schwere Verletzungen und sogar Todesfälle prägen die Statistik. Im letzten Jahr forderte der Umgang mit Pyrotechnik fünf Menschenleben, Hunderte weitere Personen erlitten Verletzungen.

Medizinische Fachverbände schlagen seit Jahren Alarm. Die Ärztekammern verzeichnen regelmäßig einen drastischen Anstieg von Augen- und Gehörverletzungen in der Silvesternacht. Das Rote Kreuz weist auf die extreme Belastung der Rettungsdienste hin. Besonders problematisch: Die lauten Detonationen können bei Menschen mit Kriegserfahrungen traumatische Erinnerungen wachrufen.

Die unvorhersehbaren Knallgeräusche können Flashbacks auslösen und traumatische Einsatzsituationen wieder lebendig werden lassen. Die Konsequenzen reichen von plötzlichen Angstzuständen über Panikreaktionen bis hin zu körperlichen Stresssymptomen.

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Belastende Auswirkungen

Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf die Veteranen selbst – auch deren Familien tragen eine erhebliche Last, da sie oft mit auffangen müssen, was die Umgebung nicht berücksichtigt.

Veränderungen auf mehreren Ebenen erforderlich. Gesellschaftlich müsse mehr Aufklärung stattfinden, um zu verdeutlichen, dass psychische Erkrankungen keine Schwäche darstellen und bestimmte Auslöser reale Konsequenzen haben. Zudem sei eine ernsthafte politische Prüfung zeitlich oder räumlich begrenzter Einschränkungen für privates Feuerwerk notwendig.

Auf struktureller Ebene werden verlässliche, niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Betroffene und ihre Familien gefordert, auch außerhalb regulärer Therapiezeiten.

Neben Veteranen leiden auch zahlreiche Geflüchtete aus Kriegsgebieten wie der Ukraine, Syrien oder Afghanistan unter den Silvesterfeuerwerken, die schmerzhafte Erinnerungen an Bombenangriffe und Beschuss wachrufen können. Diese Problematik hat erneut Forderungen nach einem Böllerverbot laut werden lassen.

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KO KOSMO-Redaktion
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