Mailand erstrahlte im olympischen Glanz: Mit Weltstars, emotionalen Momenten und einem historischen Doppel-Feuer begann das 16-tägige Sportfest in Italien.
Die Olympischen Winterspiele kehrten nach zwei Jahrzehnten mit einer spektakulären Eröffnungsfeier nach Italien zurück. Im traditionsreichen San-Siro-Stadion in Mailand, der Heimstätte der Mailänder Fußballgrößen AC und Inter, begann um 20 Uhr ein Feuerwerk der Emotionen. Die Organisatoren hielten ihr Versprechen: Eine harmonische Inszenierung voller Magie und olympischem Geist erfüllte die Arena.
Für musikalische Höhepunkte sorgten Weltstars wie Mariah Carey, die überraschend auf Italienisch den Klassiker „Volare“ interpretierte, während Maestro Andrea Bocelli mit „Nessun dorma“ für Gänsehautmomente sorgte. Auch Klaviervirtuose Lang Lang und Operndiva Cecilia Bartoli begeisterten das Publikum. Über 1.300 Darsteller brachten die olympische Bühne zum Leben.
Der österreichische Einmarsch folgte um 20.48 Uhr, wobei die dezentrale Organisation der Spiele dem traditionellen Aufmarsch etwas von seiner gewohnten Wucht nahm. Snowboard-Ass Anna Gasser präsentierte sich als Fahnenträgerin auf ungewöhnliche Weise – thronend auf den Schultern ihres Teamkollegen Benjamin Karl. Beide Boarder peilen in den kommenden Tagen weiteres Edelmetall an.
Die Athleten aller Nationen waren aufgefordert, bei der Parade besonders kreativ aufzutreten. Gasser zeigte sich von ihrer originellen Einlage begeistert: „Ich weiß nicht, ob es das erste Mal war, dass das jemand gemacht hat. Richtig cool, dass wir uns etwas einfallen haben lassen.“
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Besonders Andrea Bocelli elektrisierte das Publikum mit seiner Interpretation von „Nessun dorma“ und schuf einen der emotionalsten Momente des Abends. Die gesamte Zeremonie lebte von eindrucksvollen Bildern und tiefen Emotionen, wobei die Stimmen von Carey und Bocelli den musikalischen Rahmen prägten.
Politische Zwischentöne
Der offizielle Startschuss für die 25. Olympischen Winterspiele fiel um 22.51 Uhr durch Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella. Zuvor hatte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry in ihrer Ansprache die verbindende „Magie“ der Olympischen Spiele hervorgehoben, die Menschen zusammenführe.
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Die Weltpolitik warf allerdings Schatten auf die Feierlichkeiten. Beim Einmarsch der israelischen Delegation hallten deutliche Pfiffe und Buhrufe durch das Mailänder Stadion. Ähnliche Missfallensbekundungen gab es, als US-Vizepräsident JD Vance auf den Videowänden eingeblendet wurde.
Die amerikanischen Athleten hingegen wurden vom Publikum freundlich empfangen. Besonders herzlich und ausdauernd bejubelt wurde der Auftritt der ukrainischen Delegation.
Olympisches Feuer
Nach etwa 90 Minuten endete der aufgrund der dezentralen Organisation langwierige Nationenreigen mit dem frenetisch gefeierten Einmarsch der italienischen Gastgeber. Zuvor hatte Frankreich als Ausrichter der nächsten Winterspiele 2030 in den französischen Alpen die Arena betreten.
Den krönenden Abschluss bildete die Entzündung des olympischen Feuers. In einer Premiere der olympischen Geschichte wurde die Flamme gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten entfacht: Italiens Skilegende Deborah Compagnoni und Alberto Tomba entzündeten um 23.27 Uhr das Feuer am Arco della Pace in Mailand, während Sofia Goggia zeitgleich in Cortina d’Ampezzo die Flamme zum Leben erweckte.
Mit diesem symbolträchtigen Akt begann ein 16-tägiges Sportfest, das harte Kämpfe um Edelmetall verspricht. Bis zum 22. Februar werden Athleten aus 92 Nationen in 116 Wettbewerben um Medaillen kämpfen. Die Wettkämpfe verteilen sich auf Mailand, Cortina d’Ampezzo, Bormio, Antholz sowie das Predazzo-Cluster mit Val di Fiemme und Tesero.
Insgesamt stehen 54 Männer-, 50 Frauen- und zwölf Mixed-Wettbewerbe auf dem Programm.
ÖOC-Präsident Horst Nussbaumer hat für Österreich die Marke von 18 Medaillen als Ziel ausgegeben – exakt so viele, wie das rot-weiß-rote Team vor vier Jahren bei den von Corona geprägten Spielen in Peking gewinnen konnte.