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ETIAS 2026: Neue Einreiseregel für den Schengen-Raum – was die Diaspora jetzt wissen muss

ETIAS 2026: Neue Einreiseregel für den Schengen-Raum – was die Diaspora jetzt wissen muss
Neue Einreiseregel für den Schengen-Raum (Foto: iStockphoto)
9 Min. Lesezeit |

ETIAS 2026 wird für hunderttausende Menschen aus der Balkan-Diaspora zur Realität. Denn ab Ende 2026 müssen Staatsangehörige aus Serbien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Albanien und Montenegro vor jeder Reise in den Schengen-Raum eine elektronische Einreisegenehmigung beantragen. Gleichzeitig betrifft das auch Reisende aus den USA, Großbritannien, Kanada und 56 weiteren Ländern. Für die BKS-Community in Österreich stellt sich dabei vor allem eine Frage: Was bedeutet ETIAS 2026 für meine Familie, die mich besuchen will?

Was ist ETIAS 2026 – und warum kommt es jetzt?

Das europäische Pendant zum amerikanischen ESTA

Grundsätzlich ist ETIAS das Europäische Reiseinformations- und -genehmigungssystem (European Travel Information and Authorisation System). Es funktioniert dabei ähnlich wie das ESTA-System der USA, das viele bereits kennen. Vor der Reise muss man online einen Antrag stellen, und erst nach Genehmigung darf man in den Schengen-Raum einreisen. Allerdings handelt es sich bei ETIAS nicht um ein Visum – vielmehr ist es eine zusätzliche Sicherheitsüberprüfung für Reisende, die bereits visumfrei einreisen dürfen.

Warum führt die EU ETIAS ein?

Hintergrund ist vor allem die Erhöhung der Sicherheit an den Außengrenzen. Denn bislang konnten visumbefreite Drittstaatsangehörige ohne jede Vorab-Überprüfung in den Schengen-Raum einreisen. ETIAS soll deshalb Sicherheitsrisiken, illegale Migration und Gesundheitsgefahren bereits vor der Einreise erkennen. Darüber hinaus ermöglicht das System einen automatischen Abgleich mit europäischen Sicherheitsdatenbanken.

Wann startet ETIAS 2026 – und ab wann ist es Pflicht?

Nach mehrfachen Verschiebungen – ursprünglich war der Start bereits für 2021 geplant – soll ETIAS 2026 nun endlich kommen. Laut Europäischer Kommission ist der Start im letzten Quartal 2026 vorgesehen, also voraussichtlich im Oktober oder November 2026. Das genaue Datum wird einige Monate vorher bekanntgegeben.

Übergangsphase von sechs Monaten

Wichtig für alle Reisenden: Nach dem Start von ETIAS 2026 gilt zunächst eine Übergangsphase von rund sechs Monaten. Während dieser Zeit wird die Einreisegenehmigung zwar empfohlen, ist jedoch noch nicht verpflichtend. Dementsprechend wird ETIAS voraussichtlich erst ab Frühling 2027 zur Pflicht. Trotzdem empfiehlt es sich, den Antrag möglichst früh zu stellen.

ETIAS 2026 – ZEITPLAN IM ÜBERBLICK
EES (Entry/Exit System): Seit 10. April 2026 voll in Betrieb ETIAS Start: Q4 2026 (Oktober/November) Übergangsphase: Ca. 6 Monate nach Start (Einreise auch ohne ETIAS möglich) ETIAS Pflicht: Voraussichtlich ab Frühling 2027

Wer braucht ETIAS 2026? Diese Länder sind betroffen

Grundsätzlich benötigen alle Staatsangehörigen aus 59 visumbefreiten Drittstaaten eine ETIAS-Genehmigung. Für die BKS-Community in Österreich ist dabei besonders relevant: Alle Westbalkan-Länder sind betroffen.

Westbalkan-Länder mit ETIAS-Pflicht

LandAktuell visumfrei?ETIAS nötig ab Ende 2026?
SerbienJaJa
Bosnien-HerzegowinaJaJa
KosovoJa (seit 2024)Ja
NordmazedonienJaJa
AlbanienJaJa
MontenegroJaJa

Darüber hinaus betrifft ETIAS auch Reisende aus den USA, Großbritannien, Kanada, Australien, Japan und vielen weiteren Ländern. Entscheidend ist ausschließlich die Staatsangehörigkeit – also der Reisepass, mit dem man einreist.

Wer braucht KEIN ETIAS?

Wer einen österreichischen, deutschen oder anderen EU-Pass besitzt, benötigt selbstverständlich kein ETIAS – denn EU-Bürger sind davon komplett ausgenommen. Ebenso sind Bürger aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz befreit. Darüber hinaus brauchen auch Familienangehörige von EU-Bürgern mit gültigem Aufenthaltstitel eines Schengen-Landes in vielen Fällen kein ETIAS.

Was bedeutet ETIAS 2026 für die Diaspora in Österreich?

Für die BKS-Community in Österreich hat ETIAS 2026 vor allem praktische Auswirkungen auf den Familienbesuch. Denn viele Angehörige – Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde – leben nach wie vor in Serbien, Bosnien oder dem Kosovo und kommen regelmäßig zu Besuch nach Österreich.

Familienbesuch: Was sich konkret ändert

Bisher konnten Verwandte mit einem gültigen biometrischen Reisepass ohne Voranmeldung nach Österreich einreisen. Ab Ende 2026 müssen sie jedoch vor Reiseantritt online eine ETIAS-Genehmigung beantragen. Ohne gültige Genehmigung wird die Einreise folglich verweigert – selbst bei einem kurzen Familienbesuch.

Allerdings ist der Antrag unkompliziert und dauert in der Regel nur wenige Minuten. Zudem können auch Familienangehörige in Österreich den Antrag stellvertretend einreichen – beispielsweise für ältere Verwandte, die weniger internetaffin sind.

Wichtig: Österreichischer Pass = kein ETIAS nötig

Wer die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt und mit dem österreichischen Reisepass reist, braucht kein ETIAS – unabhängig von der Herkunft. ETIAS betrifft somit ausschließlich jene Personen, die mit einem Nicht-EU-Pass einreisen. Da Österreich grundsätzlich keine Doppelstaatsbürgerschaft erlaubt, gibt es hier in der Regel keine Verwechslungsgefahr.

ETIAS 2026: Kosten, Antrag und Gültigkeit

Was kostet die ETIAS-Genehmigung?

Ursprünglich war die Gebühr auf 7 Euro festgelegt worden. Im Sommer 2025 hat die EU die Gebühr jedoch auf 20 Euro erhöht, um die Systemkosten abzudecken. Allerdings gibt es dabei wichtige Ausnahmen: Kinder unter 18 Jahren sowie Personen über 70 Jahre sind komplett befreit und zahlen nichts.

PersonengruppeETIAS-Gebühr
Erwachsene (18–70 Jahre)20 Euro
Kinder und Jugendliche (unter 18)Kostenlos
Senioren (über 70 Jahre)Kostenlos
EU-Bürger (alle Altersgruppen)Nicht erforderlich

Wie läuft der Antrag ab?

Der gesamte Antragsprozess läuft online über die offizielle ETIAS-Website oder eine App ab und dauert in der Regel nur etwa 10 Minuten. Folgende Angaben werden dabei benötigt:

Erstens: Persönliche Daten (Name, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit). Zweitens: Reisepassdaten (Nummer, Ausstellungsdatum, Ablaufdatum). Drittens: Kontaktdaten (E-Mail-Adresse, Telefonnummer). Viertens: Reiseinformationen (erster Einreisepunkt in den Schengen-Raum). Fünftens: Sicherheitsfragen (Reisehistorie, Vorstrafen, Gesundheit).

Wie schnell wird der Antrag bearbeitet?

Die meisten Anträge werden innerhalb weniger Minuten automatisch genehmigt. In seltenen Fällen kann die Bearbeitung allerdings bis zu 96 Stunden (4 Tage) dauern. Falls zusätzliche Informationen angefordert werden, verlängert sich die Frist auf bis zu 14 Tage. Deshalb empfiehlt es sich, den Antrag mindestens eine Woche vor Reiseantritt zu stellen.

Wie lange ist ETIAS gültig?

Eine genehmigte ETIAS-Genehmigung gilt für drei Jahre oder bis zum Ablauf des Reisepasses – je nachdem, was früher eintritt. Während dieser Zeit kann man beliebig oft in den Schengen-Raum einreisen, solange man die 90/180-Tage-Regel einhält. Folglich muss man nicht vor jeder Reise einen neuen Antrag stellen.

ETIAS 2026 und EES: Was passiert an der Grenze?

Neben ETIAS gibt es seit April 2026 bereits ein weiteres neues System: das EES (Entry/Exit System). Dieses System ersetzt den klassischen Stempel im Reisepass durch eine digitale biometrische Erfassung an der Grenze.

Was bedeutet EES konkret?

Bei der ersten Einreise werden vier Fingerabdrücke und ein Gesichtsfoto erfasst und digital gespeichert. Dadurch wird automatisch berechnet, wie lange man sich im Schengen-Raum aufhält. Die 90/180-Tage-Regel wird somit erstmals lückenlos digital überwacht – Überziehungen können folglich nicht mehr unbemerkt bleiben.

Für die Diaspora bedeutet das: Verwandte, die zu Besuch kommen, sollten ihre Aufenthaltsdauer genau im Blick behalten. Denn das System erkennt automatisch, wer seine 90 Tage überschritten hat.

Tipps für die Diaspora: So bereitest du deine Familie auf ETIAS 2026 vor

Damit der Besuch aus der Heimat reibungslos klappt, hier die wichtigsten Empfehlungen:

Erstens: Reisepass prüfen. Der Pass muss noch mindestens drei Monate über das geplante Abreisedatum hinaus gültig sein. Außerdem sollte es sich um einen biometrischen Reisepass handeln.

Zweitens: Frühzeitig beantragen. Obwohl die meisten Anträge innerhalb von Minuten genehmigt werden, sollte man sicherheitshalber mindestens eine Woche Vorlauf einplanen. Falls etwas nachgereicht werden muss, hat man somit genug Puffer.

Drittens: Antrag für ältere Verwandte stellen. Laut EU-Regelung dürfen Familienangehörige, Freunde oder sogar Reisebüros den Antrag stellvertretend einreichen. Das ist besonders für ältere Verwandte ohne Internetzugang hilfreich. Zudem ist der Antrag für Personen über 70 ohnehin kostenlos.

Viertens: Nur die offizielle Website nutzen. Es kursieren bereits jetzt Drittanbieter-Websites, die ETIAS-Anträge gegen hohe Gebühren vermitteln wollen. Deshalb sollte man ausschließlich die offizielle EU-Seite verwenden (die URL wird vor dem Start bekanntgegeben).

Fünftens: 90/180-Tage-Regel beachten. ETIAS ändert nichts an der bestehenden Aufenthaltsregel: Maximal 90 Tage innerhalb von 180 Tagen im Schengen-Raum. Durch das neue EES-System wird diese Regel allerdings erstmals digital überwacht.

Häufige Fragen zu ETIAS 2026 (FAQ)

Der folgende FAQ-Bereich beantwortet die wichtigsten Fragen zu ETIAS 2026 und ist für das Google FAQ-Rich-Snippet optimiert. In WordPress bitte als Yoast FAQ-Block einfügen.


Was ist ETIAS und wann kommt es?

ETIAS ist das Europäische Reiseinformations- und -genehmigungssystem. Es startet voraussichtlich im letzten Quartal 2026 (Oktober/November). Nach einer sechsmonatigen Übergangsphase wird es ab Frühling 2027 verpflichtend.


Brauchen serbische Staatsbürger ETIAS für Österreich?

Ja. Ab Ende 2026 müssen serbische Staatsangehörige vor der Einreise nach Österreich bzw. in den Schengen-Raum eine ETIAS-Genehmigung online beantragen. Es handelt sich dabei allerdings nicht um ein Visum, sondern um eine elektronische Einreisegenehmigung.


Brauchen bosnische Staatsbürger ETIAS?

Ja. Auch Bürger aus Bosnien-Herzegowina benötigen ab Ende 2026 eine ETIAS-Genehmigung. Gleiches gilt für Staatsangehörige aus Kosovo, Nordmazedonien, Albanien und Montenegro.


Was kostet ETIAS 2026?

Die Gebühr beträgt 20 Euro pro Person. Kinder unter 18 Jahren sowie Personen über 70 Jahre sind jedoch von der Gebühr befreit und zahlen somit nichts.


Brauche ich ETIAS, wenn ich einen österreichischen Pass habe?

Nein. EU-Bürger benötigen grundsätzlich kein ETIAS. Wer einen österreichischen Reisepass besitzt, kann weiterhin frei im Schengen-Raum reisen – unabhängig von der Herkunft.


Wie lange ist ETIAS gültig?

Eine genehmigte ETIAS-Genehmigung ist drei Jahre lang gültig oder bis der Reisepass abläuft – je nachdem, was zuerst eintritt. Während der Gültigkeit kann man dementsprechend beliebig oft einreisen.


Kann ich den ETIAS-Antrag für meine Eltern stellen?

Ja, das ist ausdrücklich erlaubt. Familienangehörige, Freunde oder Reisebüros dürfen den Antrag stellvertretend einreichen. Man benötigt dafür lediglich die Passdaten und persönlichen Informationen des Reisenden.


Was ist der Unterschied zwischen ETIAS und EES?

EES (Entry/Exit System) erfasst die Ein- und Ausreise biometrisch an der Grenze und ist seit April 2026 aktiv. ETIAS hingegen ist eine Vorab-Genehmigung, die man vor Reiseantritt online beantragen muss. Beide Systeme arbeiten zusammen, sind jedoch voneinander unabhängig.


Was passiert, wenn ich ohne ETIAS einreise?

Nach Ende der Übergangsphase (voraussichtlich ab Frühling 2027) wird die Einreise ohne gültige ETIAS-Genehmigung verweigert – selbst bei einem gültigen Reisepass und bisheriger Visumfreiheit.

Fazit: ETIAS 2026 – kein Grund zur Panik, aber Vorbereitung ist wichtig

Zusammenfassend lässt sich sagen: ETIAS 2026 ist kein Visum und kein bürokratisches Monster – vielmehr ist es eine schnelle Online-Genehmigung, die in wenigen Minuten erledigt ist. Dennoch sollte man das Thema ernst nehmen, denn ohne ETIAS wird ab 2027 die Einreise verweigert.

Für die BKS-Diaspora in Österreich bedeutet das vor allem: Informiert eure Verwandten rechtzeitig, helft ihnen beim Antrag und achtet darauf, dass der Reisepass noch mindestens drei Monate gültig ist. Wer sich frühzeitig vorbereitet, hat somit nichts zu befürchten.

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