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Energieprojekt

Neues Gas unter der Adria: Kroatien startet 65-Millionen-Euro-Projekt

Neues Gas unter der Adria: Kroatien startet 65-Millionen-Euro-Projekt
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

65 Millionen Euro, fünf Bohrungen, eine klare Botschaft: Kroatien setzt auf heimisches Gas – tief unter der Adria.

Im nördlichen Adriaraum hat der kroatische Energiekonzern INA eine neue Bohrkampagne gestartet, die insgesamt fünf Gasbohrungen umfasst. Für das Vorhaben sind rund 65 Millionen Euro veranschlagt. Ziel ist es, zusätzliche heimische Gasvorkommen zu erschließen und damit die Abhängigkeit Kroatiens von Energieimporten schrittweise zu verringern.

Die erste Bohrung des Programms trägt die Bezeichnung Ana-4 DIR und wurde auf einem bereits bekannten Gasfeld im nördlichen Adriaraum bis auf eine Tiefe von 1.282 Metern abgeteuft. Erste Testförderungen in drei Lagerstätten ergaben zusammen eine Tagesrate von rund 160.000 Kubikmetern Gas. Dieser Wert entspricht jedoch nicht einer gesicherten, dauerhaften Produktionsleistung.

Produktionstest geplant

INA beabsichtigt, die neue Bohrung in das vorhandene Fördernetz einzubinden und anschließend einen längeren Produktionstest durchzuführen. Die dabei erhobenen Daten sollen Aufschluss darüber geben, wie groß die tatsächlich wirtschaftlich nutzbaren Reserven sind und wie sich der Lagerstättendruck über einen längeren Zeitraum verhält. Erst auf Grundlage dieser Erkenntnisse lässt sich verlässlich einschätzen, welche Gasmengen langfristig wirtschaftlich gefördert werden können.

Sobald die Arbeiten an Ana-4 DIR abgeschlossen sind, soll die Bohrplattform „Labin“ zur nächsten vorgesehenen Position verlagert werden, wo die Bohrung IKA JZ-6 DIR entstehen soll. Das Gesamtprogramm sieht fünf neue Bohrungen auf Gasfeldern im nördlichen Adriaraum vor. INA hatte bereits Ende 2025 zusätzliche Reserven von rund 220 Millionen Kubikmetern Gas bestätigt.

Preise bleiben unberührt

Eine gesteigerte heimische Gasproduktion kann zwar zur Versorgungssicherheit Kroatiens beitragen, führt aber nicht zwangsläufig zu niedrigeren Energierechnungen für private Haushalte. Die Endpreise werden von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst – darunter staatliche Regulierungen, Steuern, Transportkosten, internationale Marktpreise sowie bestehende Lieferverträge. Das Projekt kann Kroatien auf lange Sicht unabhängiger von Energieimporten machen, ist aber kein direktes Instrument zur Preissenkung.

INA teilte mit, die erste Bohrung sei ohne Sicherheits- oder Umweltzwischenfälle abgeschlossen worden. Die Arbeiten würden in Übereinstimmung mit den geltenden technischen und ökologischen Standards durchgeführt.

Da es sich gleichzeitig um eine weitere Investition in fossile Energieträger handelt, dürften Umweltorganisationen das Vorhaben mit Blick auf mögliche Auswirkungen auf die Adria, den Meeresboden und Kroatiens Klimaziele aufmerksam verfolgen.

Ob das 65-Millionen-Euro-Projekt die Erwartungen erfüllt, wird sich erst zeigen, wenn alle fünf Bohrungen fertiggestellt und die förderbaren Reserven endgültig bewertet wurden.

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KO KOSMO-Redaktion
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