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14 Festnahmen

Migranten-Boot überfährt Teenagerin: Schockierendes Video veröffentlicht

Migranten-Boot überfährt Teenagerin: Schockierendes Video veröffentlicht
FOTO: Screenshot X
3 Min. Lesezeit |

Ein Sommertag an Sardiniens Traumküste endet mit einem Schlauchboot, einer schwerverletzten Teenagerin und einer Flucht, die auf Video festgehalten wurde.

Was als entspannter Sommertag an einem der beliebtesten Strände Sardiniens begann, endete Mitte August in einem schweren Unglück: Ein Schlauchboot mit 14 algerischen Staatsangehörigen an Bord erfasste im Küstenbereich von Chia eine 17-jährige Schwimmerin, angetrieben von einem 85-PS-Außenbordmotor. Das Mädchen erlitt mehrere Knochenbrüche, verlor infolge des Schocks das Bewusstsein und drohte zu ertrinken.

Ein 16-jähriger Freund, dem es im letzten Moment gelang, dem herannahenden Boot auszuweichen, verhinderte das Schlimmste, indem er sie über Wasser hielt, bis beherzte Badegäste die Schwerverletzte an Land ziehen konnten. Ein Rettungshubschrauber brachte sie mit „Codice Rosso“ (höchste Dringlichkeitsstufe) in eine Klinik. Erst nach einiger Zeit konnten die behandelnden Ärzte Entwarnung geben.

Flucht und Festnahme

Inzwischen kursiert eine Videoaufnahme des Vorfalls, die in Italien für Bestürzung sorgt. Das Material belegt, dass der Steuermann des Bootes mit unverminderter Geschwindigkeit auf eine rote Boje zuhielt, in deren Nähe die Jugendlichen im Wasser waren. Erst als Hände aus dem Wasser ragten und ihm offenbar bewusst wurde, dass er einen Menschen überfahren hatte, drehte er ab.

Kurz darauf verließen die 14 Algerier das Boot an einer anderen Bucht und versuchten, sich ins Landesinnere durchzuschlagen – beobachtet von Einsatzkräften der Küstenwache, die die Gruppe aus der Luft mit Kameras verfolgten. Was auf dem Video nicht mehr festgehalten ist, rekonstruierte die Polizei auf Basis ihrer Ermittlungen: Anstatt der verletzten Schwimmerin zu helfen, steuerte der 28-jährige Schleuser einen Strand mehrere Buchten weiter an und beging damit Fahrerflucht. Den Ermittlern gegenüber gab er an, den Zusammenstoß nicht bemerkt zu haben.

Er wurde festgenommen und befindet sich seither in Haft. Auch seine 13 Landsleute – nach Angaben der Behörden allesamt junge Männer – wurden festgenommen; keiner von ihnen führte Ausweispapiere mit sich. Dem Steuermann werden Beihilfe zur illegalen Einwanderung sowie schwere Körperverletzung zur Last gelegt. Nach italienischem Strafrecht drohen ihm zwei bis sechs Jahre Haft für das Organisieren der illegalen Einreise sowie eine Geldstrafe von 15.000 Euro pro beförderter Person. Für das Verursachen schwerer Körperverletzungen mit Fahrerflucht sieht das Gesetz zusätzlich mindestens drei Jahre Freiheitsstrafe vor, da die Strafe bei Flucht vom Unfallort um ein Drittel bis zwei Drittel erhöht wird.

Migrationsdruck auf Sardinien

Im laufenden Jahr registrierten die sardischen Behörden insgesamt 1.366 Bootsflüchtlinge aus Algerien, die allesamt in den Sommermonaten die Südküste der Insel erreichten – während im Norden, vor der Costa Smeralda, die Yachten wohlhabender Urlauber kreuzen. Auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, 49, von der ultrarechten Partei Fratelli d’Italia, verbrachte in diesem Sommer einen kurzen Urlaub im Norden Sardiniens. Unterdessen plant Deutschland, Asylwerber wieder nach Italien und Griechenland rückzuüberstellen.

Der Migrationsdruck auf Italiens Küsten hat zuletzt insgesamt nachgelassen: Laut offizieller Statistik erreichten in diesem Jahr bislang 18.003 Personen über die Mittelmeerroute das Land, was einem Rückgang von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der weitaus größte Teil der Ankünfte erfolgt nach wie vor über die libysche Route; zuletzt stammten die meisten Migranten aus Bangladesch, Somalia und dem Sudan.

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KO KOSMO-Redaktion
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