Eine eingeschleppte Mücke am Frankfurter Flughafen hat tödliche Folgen – und stellt Behörden vor eine seltene Herausforderung.
Am Frankfurter Flughafen haben sich sechs Beschäftigte nach einem Mückenstich mit Malaria infiziert – einer von ihnen ist an der lebensgefährlichen Tropenkrankheit gestorben. Ein Sprecher von Fraport bestätigte den Todesfall. Bereits Mitte Juli war bekannt geworden, dass mehrere Mitarbeiter der Gepäckabfertigung erkrankt waren.
Schon zu diesem Zeitpunkt gingen Experten davon aus, dass eine oder mehrere infizierte Mücken im Frachtraum eines Flugzeugs als blinde Passagiere mitgereist waren. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass die Übertragung zwischen dem 4. und 6. Juli stattgefunden hat. Der Fraport-Sprecher erklärte: „Unser tiefstes Mitgefühl gilt den Angehörigen des Verstorbenen.“
Seltene Flughafen-Malaria
Verantwortlich für die Übertragung von Malaria ist die Anophelesmücke, die vorwiegend in Afrika, in Teilen Süd- und Südostasiens sowie in bestimmten Regionen Lateinamerikas heimisch ist. Zu den ersten Krankheitszeichen zählen hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Im schlimmsten Fall führt die Erkrankung zu Organversagen und kann tödlich enden.
Weitere Ausbrüche sind derzeit nicht bekannt. Den letzten vergleichbaren Fall von sogenannter Flughafen-Malaria verzeichnete das RKI im Jahr 2023 – ebenfalls in Frankfurt. Solche Fälle seien jedoch die Ausnahme, betonte das Institut: „Normalerweise sind in Deutschland fast ausschließlich Fernreisende von Malaria betroffen, die in einem Gebiet mit Malariaübertragung durch den Stich einer infizierten Mücke infiziert wurden.“ Infektionen, bei denen der Erreger durch einen eingeschleppten Überträger weitergegeben wird, kämen hingegen nur selten vor.
Wie selten, zeigt eine systematische Übersicht im Fachjournal Eurosurveillance: Zwischen 1969 und 2024 wurden in Europa insgesamt 145 Fälle von Flughafen- oder Gepäck-Malaria dokumentiert – davon lediglich neun in Deutschland.
Wie hessenschau.de berichtet, wurden alle Personen mit einem Flughafen-Mitarbeiterausweis aufgefordert, bei typischen Malaria-Symptomen ärztliche Hilfe aufzusuchen und dabei ausdrücklich auf ihren Arbeitsplatz am Frankfurter Flughafen hinzuweisen.