Knallig bunt, eiskalt und gerade bei Kindern beliebt: Eine Untersuchung der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigt jetzt, dass manche Slushys überraschend hohe Mengen eines Zusatzstoffes enthalten können. Für kleinere Kinder kann dabei bereits ein einzelner Becher gesundheitlich relevant werden.
Slush-Eis gehört im Sommer für viele Kinder zum Freibad-, Kino- oder Freizeitparkbesuch dazu. Doch wie viel Glycerin tatsächlich in den halbgefrorenen Getränken steckt, können Konsumenten beim Kauf kaum erkennen. Genau deshalb hat die Arbeiterkammer Oberösterreich acht Slushys aus einem Funpark, einem Kino und verschiedenen Badeeinrichtungen im Labor untersuchen lassen.
Glycerin, auch unter der Bezeichnung E 422 bekannt, wird von manchen Herstellern eingesetzt, um die typische halbgefrorene Konsistenz des Getränks zu erreichen. Für den Einsatz in dieser Getränkekategorie gibt es derzeit in der EU keine zahlenmäßig festgelegte Höchstmenge.
Eine Probe fällt deutlich auf
Bei den meisten untersuchten Getränken stellte das Labor nur sehr geringe Mengen Glycerin fest. Eine Probe unterschied sich allerdings deutlich von den anderen: Sie enthielt 26,9 Gramm Glycerin pro Liter.
Besonders relevant ist das bei Kindern, weil sie aufgrund ihres geringeren Körpergewichts schneller eine hohe Dosis aufnehmen können. Trinkt beispielsweise ein fünfjähriges Kind mit etwa 20 Kilogramm Körpergewicht 250 Milliliter des auffälligen Slushys, nimmt es rechnerisch rund 340 Milligramm Glycerin pro Kilogramm Körpergewicht auf.
Damit wäre die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA festgelegte akute Referenzdosis von 125 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht um das 2,7-Fache überschritten. Die EFSA hat diesen Wert 2026 für eine einmalige Aufnahme festgelegt.
Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen möglich
Wie wahrscheinlich Beschwerden nach einem Slushy tatsächlich sind, lässt sich nicht pauschal sagen. Entscheidend sind unter anderem der Glyceringehalt des jeweiligen Getränks, die getrunkene Menge und das Körpergewicht.
Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung nennt bei höheren Glycerinmengen mögliche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Benommenheit. Gerade bei Kindern ist wegen des niedrigeren Körpergewichts besondere Vorsicht geboten.
AK fordert gesetzliche Höchstgrenze
Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert angesichts der Ergebnisse eine EU-weit einheitliche Höchstmenge für Glycerin in Lebensmitteln. Bis dahin empfiehlt sie Eltern, beim Kauf nachzufragen, ob dem Getränk Glycerin zugesetzt wurde. Die konsumierte Menge sollte möglichst gering gehalten werden – im Zweifel rät die AK dazu, darauf zu verzichten.
Beim ebenfalls untersuchten Farbstoffgehalt gab es zumindest teilweise Entwarnung. Azofarbstoffe wurden in keiner der acht Proben nachgewiesen. Andere synthetische Farbstoffe fanden sich allerdings in der Hälfte der untersuchten Slushys.