Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Betrugsaffäre

Kika/Leiner-Ex-Chef in U-Haft: Vorwurf von 16 Millionen Euro Schaden

Kika/Leiner-Ex-Chef in U-Haft: Vorwurf von 16 Millionen Euro Schaden
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Hochwasseropfer als Zielgruppe, Millionen an Anzahlungen – der Ex-Chef von Kika/Leiner sitzt in U-Haft.

Der frühere Geschäftsführer der Möbelhauskette Kika/Leiner, Hermann W., befindet sich wegen des Verdachts auf schweren Betrug in Untersuchungshaft.

Festgenommen wurde Hermann W. bereits am 28. August; seit dem 30. August sitzt er in Untersuchungshaft. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), die den Fall von der ursprünglich zuständigen Staatsanwaltschaft St. Pölten übernommen hat, beziffert den mutmaßlichen Gesamtschaden auf rund 16,1 Millionen Euro.

Kika/Leiner-Hintergrund

W. hatte das operative Möbelgeschäft von Kika/Leiner übernommen, nachdem die damals von René Benko geführte Signa die zugehörigen Immobilien an Supernova veräußert hatte. Kurz nach der Übernahme meldete das Unternehmen zum ersten Mal Insolvenz an; nach einem erneuten Insolvenzverfahren im November 2024 gelang es W. nicht, neue Investoren zu gewinnen. Die Möbelhandelskette meldete mit Wirksamkeit 15. November 2024 beim Landesgericht St. Pölten Insolvenz an; zum Masseverwalter wurde Mag. Volker Leitner bestellt.

Schwere Vorwürfe

Nach Angaben der WKStA soll W. eine sogenannte „Unwetter-Soforthilfe-Aktion“ dazu genutzt haben, von mindestens 4.700 Kunden Anzahlungen in Höhe von insgesamt mindestens 15 Millionen Euro einzusammeln. „Der Beschuldigte steht im dringenden Verdacht, die Notlage von Hochwasseropfern im September 2024 gezielt ausgenutzt zu haben.“ Das Hochwasserereignis betraf in Österreich vor allem Niederösterreich und Wien und führte laut offizieller Auswertung des Landes Niederösterreich zu Gesamtschäden in Höhe von rund 1,07 Milliarden Euro, wobei der Schwerpunkt der Schäden im Bezirk St. Pölten lag.

Darüber hinaus wirft die Behörde W. vor, 1,1 Millionen Euro aus dem Vermögen des Unternehmens veruntreut zu haben. „Trotz tatsächlicher Zahlungsunfähigkeit des Handelsunternehmens ab Ende Jänner 2024 ließ der Beschuldigte weiterhin Anzahlungen für Möbelkäufe entgegennehmen.“

Die Untersuchungshaft wurde wegen Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr angeordnet. W. bestreitet den Angaben zufolge die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen