Die Ozeane senden ein Warnsignal – und die Weltwetterorganisation schlägt Alarm. Ein Klimaphänomen nimmt bedrohliche Ausmaße an.
Im tropischen Pazifik steigen die Wassertemperaturen auf ein ungewöhnlich hohes Niveau – ein Zeichen dafür, dass das Klimaphänomen El Niño in diesem Jahr eine außerordentliche Stärke entwickeln könnte. Die Weltwetterorganisation (WMO) registriert im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik Temperaturen, die derzeit zwischen 2,2 und 2,6 Grad über dem langjährigen Durchschnittswert liegen. Unterhalb der Wasseroberfläche wurden sogar Abweichungen von mehr als acht Grad festgestellt. Seinen Höhepunkt soll das Phänomen rund um den Jahreswechsel erreichen.
Globale Folgen
Die möglichen Folgen für das globale Wettergeschehen sind weitreichend. UN-Generalsekretär António Guterres warnte mit deutlichen Worten: „Der El Niño nimmt vor unseren Augen Super-Ausmaße an.“ Konkret rechnen Fachleute mit anhaltender Trockenheit in Australien, Indonesien und im südlichen Afrika, während in Südamerika, Ostafrika und dem Süden der USA ungewöhnlich starke Regenfälle erwartet werden.
Europa ist von den direkten Auswirkungen des Phänomens in der Regel weniger betroffen – dennoch prognostiziert die WMO für den Zeitraum von September bis November überdurchschnittliche Temperaturen über nahezu allen Landflächen der Erde.
Historische Dimension
WMO-Chefin Celeste Saulo formulierte die Lage in unmissverständlichen Worten: „Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte der El Niño stärker ausfallen als alles, was wir seit Beginn unserer Beobachtungen verzeichnet haben.“ Auch wenn die Hitzewellen in Europa nicht in einem direkten Zusammenhang mit El Niño stehen, betonen Experten die globale Tragweite dieser Entwicklung.
Den Begriff „Super-El-Niño“ verwendet die WMO offiziell nicht – die potenziell gravierenden Auswirkungen erkennt sie jedoch ausdrücklich an. Behörden und Bevölkerung werden dazu aufgerufen, sich auf extreme Wetterereignisse vorzubereiten und bei lokalen Stellen nach weiteren Informationen zu suchen.