Ein Streit, ein Polster, ein Partner der eingreift – hinter dem Fall einer steirischen Mutter steckt eine erschütternde Eskalation.
Eine 43-jährige Mutter aus der Steiermark befindet sich seit Juli in Untersuchungshaft in Klagenfurt. Der Vorwurf: versuchter Mord an ihrem eigenen fünfjährigen Sohn.
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand der Staatsanwaltschaft Klagenfurt soll die Frau versucht haben, das Kind mit einem Polster zu ersticken. Ihr Partner bemerkte den Vorfall rechtzeitig und griff ein, wodurch er den Buben rettete. Vorausgegangen war ein Streit, bei dem der Sohn den Familienhund getreten oder verletzt haben soll.
Psychiatrisches Gutachten
Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben, das der Frau Zurechnungsfähigkeit bescheinigt. „Es wurde bereits ein psychiatrisches Gutachten über die Frau erstellt. Sie ist laut Gutachter zurechnungsfähig“, erklärte Markus Kitz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt.
Die Beschuldigte selbst weist den Mordvorwurf zurück. „Die Mutter sagt, sie wollte ihren Sohn nicht umbringen. Sie habe ihn nur einschüchtern wollen“, so Kitz. Hinweise darauf, dass Alkohol zum Zeitpunkt des Vorfalls eine Rolle gespielt haben könnte, liegen den Ermittlern bislang nicht vor.
Hoher Strafrahmen bei Zurechnungsfähigkeit
Sollte es zu einer Verurteilung wegen versuchten Mordes kommen, droht der Frau nach den Paragraphen 15 und 75 des österreichischen Strafgesetzbuches eine Freiheitsstrafe von zehn bis zwanzig Jahren oder lebenslange Haft. Der Versuch eines Mordes ist in Österreich mit demselben Strafrahmen bedroht wie die vollendete Tat.