Die für Montag geplante Blockade wichtiger Grenzübergänge zwischen dem Westbalkan und der EU findet vorerst nicht statt. Nach Fortschritten in den Gesprächen mit der Europäischen Union haben Transporteure in Serbien und Bosnien und Herzegowina die Protestaktion verschoben.
Eigentlich sollte am heutigen 14. September der Güterverkehr an mehreren Grenzen zwischen dem Westbalkan und der Europäischen Union massiv beeinträchtigt werden. Transporteure aus der Region hatten angekündigt, Grenzübergänge zu blockieren. Nun gibt es kurzfristig Entwarnung.
Der serbische Verband „Međunarodni transport“ teilte bereits am 11. September mit, dass der geplante Protest bis auf Weiteres verschoben wird. Als Grund nannte der Verband Fortschritte bei den jüngsten Gesprächen mit Vertretern der Europäischen Union. Besonders bei der Frage nach speziellen Visa für Berufskraftfahrer aus den Westbalkan-Staaten soll Bewegung in die Verhandlungen gekommen sein.
Auch die Transporteure aus Bosnien und Herzegowina zogen nach. Nachdem die serbischen Kollegen ihre Teilnahme ausgesetzt hatten, wurde die für den 14. September geplante regionale Protestaktion auch dort verschoben.
Streit um Schengen-Regeln
Hintergrund des Konflikts ist die sogenannte 90/180-Tage-Regel. Staatsbürger aus Ländern außerhalb des Schengenraums dürfen sich grundsätzlich maximal 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen im Schengenraum aufhalten. Für Berufskraftfahrer, die regelmäßig Waren zwischen dem Westbalkan und EU-Staaten transportieren, stellt das nach Angaben der Verbände zunehmend ein Problem dar.
Die Transporteure fordern deshalb eine Lösung, die ihre berufliche Tätigkeit berücksichtigt. Nach Angaben des serbischen Verbandes gibt es nun Fortschritte bei der Festlegung von Fristen für die Ausstellung besonderer Visa für professionelle Fahrer aus dem Westbalkan.
Ganz vom Tisch ist die Protestaktion allerdings nicht. Die Transporteure sprechen ausdrücklich von einer Verschiebung, nicht von einer endgültigen Absage. Sollten die Gespräche mit der EU erneut ins Stocken geraten, könnten Blockaden damit wieder zum Thema werden.