Letzter Schultag, Koffer im Auto, auf zum Familienbesuch: Für viele Menschen in Österreich beginnt heute die Fahrt nach Kroatien, Bosnien und Herzegowina oder Serbien. Autoklubs erwarten starken Reiseverkehr Richtung Süden. Eine wichtige Grenzverbindung ist bereits gesperrt.
Die Herbstferien dauern österreichweit von 27. bis 31. Oktober. Zusammen mit dem Wochenende, dem Nationalfeiertag am Montag und dem schulfreien Allerseelentag ergibt sich für viele Schülerinnen und Schüler eine unterrichtsfreie Zeit vom 24. Oktober bis einschließlich 2. November. Abweichungen einzelner Schulen sind möglich.
Damit ist Freitag, der 23. Oktober, für viele Familien der letzte Schultag vor einer längeren Reise. Die am frühen Morgen noch überschaubaren Wartezeiten an zahlreichen Grenzübergängen sind deshalb keine Entwarnung für den weiteren Tagesverlauf.
Reisewelle Richtung Süden
Autoklubs rechnen am verlängerten Wochenende mit starkem Reise- und Ausflugsverkehr. Besonders ab Samstagvormittag wird sehr starker Urlaubsverkehr Richtung Süden erwartet. Als mögliche Engstellen gelten die Pyhrnautobahn A9 vor Mautstellen, in Baustellenbereichen und vor Spielfeld sowie die Tauernautobahn A10 an Tunnel- und Mautbereichen. Auch im Großraum Salzburg und auf der Wiener Südosttangente A23 drohen Verzögerungen.
Für Freitagnachmittag ist zusätzlich mit einer Überschneidung von Ferienreise- und Berufsverkehr zu rechnen. Bereits zum Herbstferienbeginn im Vorjahr warnten Verkehrsfachleute vor stark belasteten Wiener Ausfahrtsstrecken.
Wer am Nachmittag in Österreich startet, erreicht die Grenzen zu Bosnien oder Serbien häufig erst am Abend oder in der Nacht. Eine spätere Zunahme des Verkehrs an diesen Übergängen ist daher plausibel. Konkrete mehrstündige Pkw-Wartezeiten lassen sich daraus jedoch nicht vorhersagen.
Gradiška: Alte Brücke gesperrt
Für Fahrten nach Bosnien und Herzegowina ist ein Hinweis besonders wichtig: Nach Angaben des kroatischen Autoklubs HAK ist die Verbindung Stara Gradiška–Gradiška wegen einer beschädigten Brücke in beiden Richtungen gesperrt.
Der neue Übergang Gradiška/Gornji Varoš ist für Kraftfahrzeuge geöffnet. Das bestätigt auch der bosnisch-herzegowinische Autoklub BIHAMK. Reisende sollten deshalb prüfen, welche Verbindung ihre Navigation ansteuert.
Morgens noch kurze Wartezeiten
BIHAMK meldete am Freitag um 7.18 Uhr für Pkw an zahlreichen Übergängen Wartezeiten von höchstens 30 Minuten. Dazu gehörten Velika Kladuša, Izačić, Brod, Orašje, Svilaj und die neue Verbindung bei Gradiška. Diese Angaben sind eine Momentaufnahme und können sich im Tagesverlauf ändern.
Am Übergang Zupci zwischen Bosnien und Herzegowina und Montenegro wurden hingegen bereits lange Pkw-Kolonnen in beiden Richtungen gemeldet. Eine konkrete Wartezeit wurde nicht genannt.
HAK erwartet für Samstag erhöhten Pkw- und Lkw-Verkehr an einzelnen kroatischen Grenzübergängen zu Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro.
Serbien: Beide Seiten zählen
Der serbische Autoklub AMSS führte beim Abruf am Freitagmorgen für die Einreise nach Serbien an den Pkw-Terminals in Batrovci und Horgoš jeweils rund 30 Minuten an. Diese Angaben erfassen die serbische Abfertigung. Wartezeiten auf kroatischer beziehungsweise ungarischer Seite kommen hinzu. Ein eindeutiger aktueller Meldungszeitpunkt war bei den einzelnen Angaben nicht ausgewiesen.
HAK meldete zudem eine drei Kilometer lange Lkw-Kolonne vor Bajakovo. Das betrifft den Güterverkehr und darf nicht mit einer ebenso langen Pkw-Schlange gleichgesetzt werden.
Engstelle Richtung Belgrad
Auch nach dem Grenzübertritt können Verzögerungen entstehen. Auf der Strecke Adaševci–Kuzmin Richtung Belgrad sind Bauarbeiten bis voraussichtlich Sonntag, 25. Oktober, um 18 Uhr angekündigt. Im betroffenen Bereich wird der Verkehr über den Überholstreifen geführt.
Wer über Bajakovo/Batrovci nach Serbien fährt, sollte deshalb neben der Grenzabfertigung auch die anschließende Autobahnstrecke berücksichtigen.
Vor Abfahrt prüfen
Eine flächendeckende Schließung der Grenzen ist durch die ausgewerteten Meldungen nicht belegt. Bestätigt sind jedoch einzelne Sperren, Baustellen und ein erhöhtes Verkehrsrisiko zum Ferienbeginn.
Vor der Abfahrt und während einer sicheren Pause lohnt sich ein erneuter Blick auf die Verkehrsmeldungen und Grenzkameras. Dabei immer Fahrtrichtung, Fahrzeugart und Aktualisierungszeit beachten: Eine ruhige Grenze am Morgen kann am Abend deutlich stärker belastet sein.