Ein Teenager, ein Chat-Dienst und ein Tod in den USA – hinter dem Fall steckt ein düsteres digitales Netzwerk.
Ein 18-jähriger Hamburger steht unter dem Verdacht, eine 14-jährige US-Amerikanerin über das Internet in den Tod getrieben zu haben. Das Landeskriminalamt Hamburg nahm den jungen Mann am Donnerstag fest. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord sowie gefährliche Körperverletzung in mittelbarer Täterschaft vor.
Zwischen September und Oktober 2026 soll der damals 17-Jährige das Mädchen über die Plattform Discord systematisch beeinflusst haben. Am 2. Oktober nahm sich die 14-Jährige das Leben. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Hinweise aus den USA
Im Zuge der Festnahme durchsuchten Beamte des Landeskriminalamts die Wohnung des Verdächtigen in Hamburg. Den Anstoß für die Ermittlungen gaben Hinweise aus den USA: Das FBI sowie das National Center for Missing and Exploited Children übermittelten Mitte Oktober 2026 relevante Informationen an die deutschen Behörden. Ob es weitere Tatverdächtige gibt oder vergleichbare Fälle vorliegen, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.
Verbindung zu NMK
Der Festgenommene wird mit der Gruppierung „NMK“ – kurz für Nefarious Maniac Kult – in Verbindung gebracht. Diese könnte ihrerseits Verbindungen zum sogenannten COM-Netzwerk aufweisen, das bereits im Zusammenhang mit dem „White-Tiger“-Verfahren bekannt wurde. Solche Netzwerke richten sich gezielt an besonders verletzliche Personen und versuchen, diese über digitale Kanäle zu manipulieren.
Der Beschuldigte soll innerhalb der Gruppe durch Videoaufnahmen nach Anerkennung gesucht haben.