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Atomentsorgung

Finnland versiegelt Atommüll für Jahrtausende – Als erstes Land der Welt

Finnland versiegelt Atommüll für Jahrtausende – Als erstes Land der Welt
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2 Min. Lesezeit |

Finnland macht es vor – und stellt andere Länder damit vor eine unbequeme Frage: Wie lange dauert Verantwortung noch?

Finnland ist weltweit das erste Land, das eine Betriebsgenehmigung für ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll erteilt hat. Deutschland und weitere Länder hingegen befindet sich nach wie vor mitten im Suchprozess nach einem geeigneten Standort.

Konkret handelt es sich um das Endlager Onkalo, das 450 Meter unterhalb der finnischen Westküste angelegt wurde und eine Kapazität von rund 6.500 Tonnen Uran aufweist. Die Einlagerung selbst wird sich über etwa ein Jahrhundert erstrecken, bevor das Lager dauerhaft versiegelt wird.

Die finnische Regierung hat dem Betrieb des Lagers kürzlich offiziell zugestimmt. Betrieben wird Onkalo von Posiva, einem Gemeinschaftsunternehmen der Energiekonzerne Fortum Corporation und Teollisuuden Voima. Das finnische Modell sieht vor, dass die Kraftwerksbetreiber die Verantwortung für die Entsorgung des radioaktiven Abfalls selbständig tragen – unterstützt durch einen Fonds, der bereits seit 1988 besteht. Die Bauarbeiten für das Lager hatten im Jahr 2004 begonnen.

Deutschlands Endlagersuche

In Deutschland gestaltet sich die Situation deutlich komplizierter. Rund 1.900 Castorbehälter lagern derzeit an 16 ehemaligen Kraftwerksstandorten, und die Suche nach einem permanenten Endlager zieht sich seit Jahrzehnten hin. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums erklärte, eine Standortentscheidung bis „spätestens 2050″ sei „machbar und notwendig.“

Gegenwärtig wird etwa ein Viertel der deutschen Gesamtfläche im Rahmen des Auswahlverfahrens geprüft. Andreas Lenz, energiepolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, sieht im finnischen Beispiel einen Impuls: Das Vorgehen Finnlands solle „ein Ansporn sein, bei der Suche und der Errichtung eines Lagers für radioaktive Reststoffe schneller voranzukommen.“

Gesellschaftliche Akzeptanz

Der internationale Vergleich offenbart deutliche Unterschiede in der gesellschaftlichen Akzeptanz. In Finnland stehen laut einer Umfrage rund 66 Prozent der Bevölkerung der Kernenergie positiv gegenüber, lediglich 8 Prozent lehnen sie ab. In Deutschland ist das Thema nach wie vor stark umstritten – trotz struktureller Ähnlichkeiten bei der Fondsfinanzierung der Entsorgung.

Kritische Stimmen kommen unter anderem von Greenpeace: Heinz Smital warnte, dass „Versagen diese Kupferbehälter irgendwann in der Zukunft, droht Grundwasser radioaktiv verschmutzt zu werden.“

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KO KOSMO-Redaktion
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