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Nationalfeiertag

Fahnen, Festakt, Frontalangriff: SPÖ-Nachwuchs rechnet mit Österreich ab

Fahnen, Festakt, Frontalangriff: SPÖ-Nachwuchs rechnet mit Österreich ab
(FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Fahnen, Reden, Festakte und mittendrin ein Verband, der den Feiertag verweigert. Der Streit um Stolz und Staat flammt wieder auf.

Der VSStÖ Wien sorgt am Nationalfeiertag für Diskussionen: In einem Instagram-Posting erklärt der Verband, es gebe „nichts zu feiern“. Die Studierenden gehen mit der Asyl- und Sozialpolitik ins Gericht, thematisieren patriarchale Gewalt und einen Rechtsruck und warnen vor einer Militarisierung.

Der sozialdemokratische Studierendenverband legt in dem Beitrag seine Sicht auf das Land dar: Österreich sei „geprägt von einer menschenfeindlichen Asylpolitik, patriarchaler Gewalt, drastischen Kürzungen bei Sozialleistungen und einer immer stärkeren Rechtsentwicklung“. Am Nationalfeiertag werde versucht, „ein Bild nationaler Einheit und nationalen Stolzes zu vermitteln“. Weiter heißt es, „unter österreichischen Flaggen propagieren Staat und Politik eine vermeintliche Verteidigung der Demokratie – für die wir zunehmend militarisiert und auf einen Krieg vorbereitet werden“.

Die „roten Studenten“ halten fest: „Für uns gibt es keinen Grund, diese Zustände mit Nationalstolz zu feiern.“ Als Ursache führen sie „eine kapitalistische Ordnung, in der Profit über Menschenleben gestellt wird“ an. Die Aussagen sind dem VSStÖ zuzurechnen und greifen bekannte Streitpunkte der Innenpolitik auf. Wie bereits im Vorjahr nutzt der Verband den Nationalfeiertag für eine zugespitzte Stellungnahme.

Offizielles Gedenken

Offiziell erinnert der Nationalfeiertag an den Beschluss der immerwährenden Neutralität im Jahr 1955. Bei den staatlichen Feierlichkeiten stehen Einheit, demokratische Werte und der Beitrag des Bundesheeres zur Landesverteidigung im Vordergrund. Vor diesem Hintergrund bezieht der VSStÖ bewusst eine Gegenposition und rückt soziale Fragen, Migration und Gleichstellung in den Mittelpunkt.

Organisatorisch ist der VSStÖ in den Strukturen der SPÖ verankert und entsendet drei ordentliche Delegierte zum SPÖ-Bundesparteitag. Auch an den Hochschulen spielt der Verband in der Studierendenvertretung eine prägende Rolle: Laut Angabe erzielte er bei der ÖH-Wahl 2025 30 Prozent sowie 18 Mandate und führt die Bundesvertretung gemeinsam mit der GRAS. Die Wortmeldung am Feiertag hat damit auch hochschulpolitisches Gewicht.

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KO KOSMO-Redaktion
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