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200 Mio. Euro

Nach Vučićs Niederlage: Steht das Flughafen-Projekt vor dem Aus?

Nach Vučićs Niederlage: Steht das Flughafen-Projekt vor dem Aus?
FOTO: EPA
3 Min. Lesezeit |

Eine 3.500-Meter-Piste, ein Fluss als Trinkwasserquelle und ein Geldgeber im Umbruch: Um den Flughafen Trebinje wächst die Spannung.

Trotz Dementis aus Serbien und der Republika Srpska (RS, Teilstaat Bosniens) gilt der geplante Flughafen Trebinje weiterhin als sicherheitspolitisch heikel. Nach der gestrigen Wahlniederlage in Serbien steht zudem die zugesagte Finanzierung auf dem Prüfstand.

Anfang des Jahres hatte der frühere Präsident Aleksandar Vucic in Trebinje bekräftigt, dass Serbien 200 Millionen Euro in den Bau investieren wolle. „Wir sind bereit, mehr als 200 Millionen Euro zu investieren. Am Geld scheitert es nicht, das Problem sind die Genehmigungen“, sagte er.

Offizielle Stellen in Serbien und in der RS weisen Spekulationen über eine militärische Nutzung zurück und verweisen auf den zivilen Charakter des Vorhabens. Vor dem Hintergrund hybrider Kriegsführung wird das Projekt dennoch mit Vorsicht beobachtet.

Die Pläne für einen neuen Flughafen im Gebiet des Dorfes Taleža reichen bis ins Jahr 2006 zurück. Der Standort in der Republika Srpska liegt nahe der Grenze zu Kroatien, rund 30 Kilometer von Dubrovnik entfernt.

Mit der Umsetzung ist das öffentliche Unternehmen Aerodrom Trebinje betraut, das im Eigentum von Aerodromi Srbije steht. Betreiben soll den Flughafen Serbien. Nach dem Sieg der Studentenliste in Serbien gilt es als äußerst unwahrscheinlich, dass die neue Regierung mehr als 200 Millionen Euro bereitstellt.

Umweltrisiken

Das vorgesehene Areal befindet sich in der Schutzzone des Flusses Ombla, über den die Region Dubrovnik mit Trinkwasser versorgt wird. Der Flughafenbau fällt unter die Espoo-Konvention (Umweltabkommen) und rief in Dubrovnik scharfe Reaktionen hervor. Umweltschützer warnen vor dauerhaften Risiken durch die Bauarbeiten und vor möglichen Zwischenfällen mit Abwasser und Treibstoff.

Im Jahr 2022 genehmigte der Ministerrat von Bosnien und Herzegowina das Projekt und richtete die „Freizone Trebinje“ ein, die erste ihrer Art in der RS. Mitte August erteilte das RS-Ministerium für Raumordnung, Bauwesen und Ökologie die Umweltgenehmigung.

Die Behörden der RS kündigten an, das Hauptprojekt bis Jahresende fertigzustellen. Danach sollen Enteignungen auf 300 Hektar erfolgen, ehe die Bauarbeiten beginnen.

Auch die Wirtschaftlichkeit wird kritisch gesehen. Im Umkreis von rund 50 Kilometern gibt es mit Dubrovnik, Mostar und Tivat bereits drei Flughäfen, während die Ostherzegowina dünn besiedelt ist.

Vorgesehen ist eine 3.500 Meter lange Piste, die länger wäre als jene in Belgrad oder Zagreb.

Sicherheitsfragen

Westliche Sicherheitsexperten sehen Parallelen zum Modell in Niš und befürchten, der Standort könnte für Aktivitäten russischer Geheimdienste genutzt werden. Kritiker halten die lange Piste zudem für militärtauglich.

Die serbische Seite will die Kontrolle über den Luftraum von Trebinje an SMATSA übertragen, an der Serbien 93 Prozent hält. Wegen der Anflugrouten des Flughafens Dubrovnik wird dieser Luftraum derzeit von der kroatischen Flugsicherung überwacht.

Offizielle Stellen in Serbien und der RS bestreiten militärische Absichten, und zahlreiche Analysten halten die Berichte über einen russischen Stützpunkt für übertrieben.

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KO KOSMO-Redaktion
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