Eine Meerenge im Nahen Osten bringt den Gasmarkt in Bewegung. Der Preis klettert und steuert auf eine magische Schwelle zu.
Der Gaspreis an der Amsterdamer Börse hat gestern kräftig zugelegt und damit den höchsten Wert seit Ende 2022 erreicht. Die Marke von 100 Euro je Megawattstunde rückt damit erneut in greifbare Nähe.
Die richtungsweisende Notierung stand bei 97,64 Euro je MWh und damit knapp unter der Hundert-Euro-Grenze. In jüngster Zeit hatte der Markt wiederholt neue Mehrjahreshochs verzeichnet.
Konflikt am Golf
Als wichtigste Ursache des Auftriebs gilt das angespannte Verhältnis zwischen den USA und dem Iran. Eine der bedeutendsten Routen für den Transport von Flüssigerdgas führt durch die Straße von Hormus, die an den Iran grenzt. Die dortigen konfliktbedingten Risiken stützen die Preise.
Preisentwicklung im Vergleich
Gegenüber dem Monatsanfang hat der Preis um rund ein Drittel angezogen, seit Jahresbeginn hat er sich mehr als verdreifacht. Zum Vergleich: Zu Beginn des Ukraine-Kriegs war die Notierung zeitweise auf über 300 Euro je MWh gesprungen.
Bei den Haushalten kommen Preisänderungen erst mit Verzögerung an, weil viele Lieferverträge auf längere Zeit abgeschlossen sind.