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Goldstaub

Minus 50 Grad, brodelnde Lava – Dieser Vulkan spuckt Gold

Minus 50 Grad, brodelnde Lava – Dieser Vulkan spuckt Gold
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Am Ende der Welt spuckt ein Vulkan bei Eiseskälte etwas aus, das sonst Tresore füllt. Zutritt erhalten dort nur Forschende.

Im Krater des Mount Erebus, des südlichsten aktiven Vulkans der Erde, brodelt unaufhörlich ein Lavasee. In der Gasfahne des antarktischen Bergs wiesen Forscher mikroskopisch feine Goldpartikel nach. Betreten dürfen das streng geschützte Gebiet ausschließlich Forschungsteams.

Rund 1.400 Kilometer vom geographischen Südpol entfernt ragt der Vulkan auf der Ross-Insel 3.794 Meter in die Höhe. An seinen Flanken fallen die Temperaturen auf minus 20 bis minus 50 Grad Celsius, im Krater dagegen ist es heiß. Im Inneren sorgt ein dauerhaft aktiver Lavasee dafür, dass der Berg fortlaufend heiße Gase ausstößt, hin und wieder begleitet von Aschewolken.

Der britische Polarforscher James Clark Ross bekam den Vulkan 1841 als Erster zu Gesicht. Die Ross-Insel und das Rossmeer tragen seinen Namen.

Goldpartikel in Gasfahne

Als wissenschaftlich wohl markanteste Eigenheit des Vulkans berichteten Forscher 1991 im Fachjournal Geophysical Research Letters von winzigen Teilchen aus reinem Gold. Sie ließen sich in der ausströmenden Gasfahne nachweisen, und zwar sowohl unmittelbar am Krater als auch in Schnee- und Luftproben aus größerer Entfernung.

Chemische Folgestudien aus den Jahren 1993 und 1994, unter anderem von Zreda-Gostynska und ihrem Team, klärten den Mechanismus: Halogenreiche Gase binden Spuren von Edelmetallen. Trifft das Gemisch schlagartig auf die kalte Außenluft, kühlt es abrupt ab, die Atome kondensieren zu feinstem Staub und setzen sich im Schnee ab.

Wirtschaftlich nutzbare Lagerstätten entstehen dadurch nicht. Der Erebus führt vielmehr ein System vor, in dem Spurenmetalle erst durch besondere Gasreaktionen überhaupt messbar werden.

Tabu für Besucher

Während Deception Island häufig angesteuert wird, bleibt der Mount Erebus für Besucher tabu. Der Berg liegt im Sicherheits- und Forschungsbezirk rund um die McMurdo-Station. Nach Angaben des Portals Vulkane.net haben nur registrierte wissenschaftliche Expeditionsteams Zutritt.

Am Gipfel stehen Schutzhütten des Mount Erebus Volcano Observatory, die für Messungen errichtet wurden.

Wegen der lebensfeindlichen Bedingungen nutzte die Nasa den Vulkan mehrfach als Testumgebung für Steuerungssysteme und Prototypen von Mars-Rovern. Der Versuch, mit speziellen Messrobotern namens „Spider“ Material direkt aus der Schmelze des Lavasees zu entnehmen, scheiterte an Hitze und Witterung.

Auch europäische Teams waren am Kraterrand im Einsatz: Der Geophysiker und spätere Esa-Astronaut Alexander Gerst forschte in den 2000er-Jahren im Umfeld des Vulkans.

Aus einer der entlegensten Regionen des Planeten brachte er präzise Messreihen und Bilddokumente mit.

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KO KOSMO-Redaktion
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