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Semmeltest im Labor: Nur eine einzige fällt durch

Semmeltest im Labor: Nur eine einzige fällt durch
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Sie liegt täglich im Brotkorb, doch im Labor zeigt sich: Zwischen Angabe und Inhalt klafft bei der Semmel mancherorts eine Lücke.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat gemeinsam mit der AMA 25 Semmeln aus Wien und Niederösterreich unter die Lupe genommen. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: 24 Produkte wurden mit „gut“ oder „sehr gut“ beurteilt.

Im Test befanden sich klassische Kaisersemmeln, Lang- und Knopfsemmeln, Handsemmeln sowie Aufbackprodukte. In die Bewertung flossen Laborwerte zu Gewicht, Salzgehalt, Keimen und Schimmelpilzgiften ein. Dazu kamen sensorische Verkostungen durch Expert:innen und Konsument:innen sowie die verfügbaren Produktinformationen.

Zwölf Produkte durften sich über die Bestnote „sehr gut“ freuen, zwölf weitere erhielten ein „gut“. Nur eine einzige Semmel konnte mit dem ansonsten hohen Niveau nicht mithalten.

Teresa Bauer, Ernährungswissenschafterin im VKI, zieht folgendes Resümee: „Der Test zeigt: Wer in Österreich zu einer Semmel greift, erhält in den allermeisten Fällen ein hochwertiges Produkt. Die Laborergebnisse sind nahezu makellos und auch die geschmackliche Qualität kann durchwegs überzeugen. Wer die für sich geschmacklich perfekte Semmel sucht, muss sich aber womöglich durchprobieren – die individuelle Lieblingssemmel ist schlussendlich Geschmackssache.“

Hofer-Semmel fällt durch

Als einziges Produkt verfehlte die Hofer Backbox Kaisersemmel aus Österreich ein gutes oder sehr gutes Gesamturteil. Die Expert:innen hielten Geruch und Geschmack als „leicht fremdartig“ fest.

Bei der Verkostung durch Laien galt die Semmel unter anderem als trocken und zäh, zum Teil auch als säuerlich oder alkoholisch im Geruch. Viele Supermarktfilialen erhalten Teiglinge tiefgekühlt geliefert und backen sie vor Ort auf. Anzunehmen ist, dass Fehler bei der Lagerung oder beim Aufbacken in der besuchten Filiale die sensorischen Abweichungen verursacht haben.

Im Labor fiel kaum etwas auf: Bei unerwünschten Keimen (Aerobe Keimzahl, Hefen, Schimmelpilze) ebenso wie bei Schimmelpilzgiften gab es keine Beanstandungen. Vereinzelt nachgewiesene Gehalte blieben deutlich unter den Grenzwerten.

Beim Salz hingegen besteht Handlungsbedarf: Im Schnitt lagen die gemessenen Werte rund 13 Prozent über den Angaben der Hersteller, in einem Fall wich der Wert um knapp 60 Prozent ab. Die getesteten Semmeln enthalten durchschnittlich etwa 1,6 g Salz pro 100 g. Eine einzelne Semmel schlägt mit rund 1 g zu Buche und deckt damit etwa 20 Prozent der von der WHO empfohlenen Höchstmenge von 5 g pro Tag ab.

Herkunft und Information

Von 24 Herstellern langten Rückmeldungen zu den Rohstoffen ein: Alle gaben an, Mehl aus Getreide österreichischer Herkunft zu verarbeiten und in Österreich zu produzieren. Die Bäckerei Öfferl beantwortete die entsprechenden Anfragen nicht. Neun der 25 Semmeln tragen das AMA-Gütesiegel oder das AMA-Biosiegel, das unter anderem garantiert, dass das Getreide aus Österreich stammt und im Inland verarbeitet wird.

Bei den verfügbaren Informationen gab es Unterschiede: Zutatenlisten sind in Supermärkten oft leichter zu finden als in Bäckereien, bei Backboxen im Supermarkt mitunter nur per QR-Code abrufbar. Manche Handsemmeln enthalten Butter oder Milchpulver. Das Stückgewicht wird häufig nicht angegeben, wodurch Preisvergleiche erschwert werden.

Die ausführlichen Ergebnisse stehen ab 29.10.2026 in der November-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT zur Verfügung, online sind sie bereits jetzt unter www.vki.at/semmeln-2026 abrufbar.

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KO KOSMO-Redaktion
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