Ein Mörder, mehrfach vorbestraft, abgeschoben – und trotzdem zurück. Was danach geschah, erschüttert Wien bis heute.
Ein vorbestrafter Mörder aus der Slowakei hielt sich monatelang unentdeckt in Wien auf – bis er zuschlug. Sein Opfer war eine schutzlose Seniorin, die er in ihrem eigenen Heim überfiel.
Robert O., 52, hatte wochenlang eine Schrebergartensiedlung in Wien-Floridsdorf nach einem geeigneten Opfer abgesucht. Zunächst hatte er eine jüngere Frau ins Visier genommen, sah davon jedoch ab, als er erfuhr, dass sie einen Freund hatte. Schließlich entschied er sich für die 91-jährige Grete K., die er zuvor bereits mehrfach heimlich ausgespäht hatte.
Schon am Tag vor der Tat hatte er Zaunlatten entfernt, um sich ungehindert Zugang zum Grundstück zu verschaffen. In der Nacht auf den 3. September 2024 zündete er gegen Mitternacht die Holztür des Hauses an, brach das Schloss auf und drang in das Gebäude ein. Er überwältigte die Seniorin, missbrauchte und tötete sie.
Anschließend hielt er sich noch stundenlang am Tatort auf – aß, wusch sich und schlief sogar kurz. Bevor er mit dem Zug in die Slowakei floh, stahl er Schmuck, Bargeld und das Mobiltelefon des Opfers.
Vorgeschichte des Täters
Seine Festnahme erfolgte am 21. September 2024 auf Basis eines DNA-Treffers. Robert O. war den Behörden kein Unbekannter: Bereits 1992 hatte er einen Bekannten erschlagen und in einem Brunnen ertränkt – dafür verbüßte er zwölf Jahre Haft. Im Jahr 2007 überfiel er in Wien und Graz mehrfach ältere Frauen und verletzte zwei von ihnen schwer.
Es folgten 13 weitere Jahre Gefängnis, die durch eine zusätzliche Strafe wegen Misshandlung eines Mithäftlings verlängert wurden. Im Jänner 2024 wurde er in der Slowakei schließlich aus der Haft entlassen. Im Mai 2024 reiste er illegal nach Österreich ein und lebte als Straßenmusiker und Obdachloser.
Ende August wurde er von der Fremdenpolizei aufgegriffen und abgeschoben – doch bereits am darauffolgenden Tag kehrte er nach Wien zurück und setzte seine Beobachtungstouren fort.
Urteil und Diagnose
Vor Gericht leugnete Robert O. jede Tötungsabsicht. Gerichtspsychiater Peter Hofmann zeichnete jedoch ein gegenteiliges Bild: Der Angeklagte wähle Frauen gezielt als Opfer aus, weil diese sich schlechter zur Wehr setzen könnten. Die psychiatrische Diagnose lautete auf eine schwerwiegende Persönlichkeitsstörung mit hoher Rückfallgefahr.
Die Geschworenen sprachen einstimmig ein Urteil aus: lebenslange Haft sowie die Einweisung in eine forensische Therapieeinrichtung. Bei der Verkündung lächelte Robert O. Seiner Verteidigerin gegenüber äußerte er später, das Leben im Gefängnis sei ihm gleichgültig – dort sei es ihm ohnehin meist besser ergangen als in Freiheit.