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INTERVIEW

Adnan Ado Bogaljević – Auf dem Weg von Liebe zu Karriere

Adnan Adno Bogaljević
(FOTO: Dina Ogrizović)

Adnan Bogaljević wurde am 1.3.1996 in Wien geboren, wo er noch heute lebt, stammt jedoch aus Bijeljina, einer, wie er sagt, “wunderschönen Stadt in B-H”. Nach den drei Wörtern gefragt, die ihn am besten beschreiben, antwortet er: Musik, Freiheit und Liebe.

KOSMO: Erzähle uns etwas von deiner Beziehung zur Musik? Wie ist diese Liebe entstanden?
Adnan Ado Bogaljević: Ich mache Musik, seitdem ich sechs Jahre alt war und in die Musikschule gekommen bin, wo ich Harmonika gelernt habe. Damals habe ich natürlich nicht einmal davon geträumt, das irgendwann professionell zu machen und auch zu singen. Diese Entwicklung begann, als mir Freunde und Familie vorgeschlagen haben zu versuchen, zur Harmonika zu singen. Am Anfang war mir das peinlich, aber ich habe schnell gemerkt, dass den Leuten mein Gesang wirklich gefallen hat. Darum habe ich angefangen, Coverversionen aufzunehmen und auf Facebook und YouTube zu stellen. An den Reaktionen meiner Follower in den sozialen Netzwerken habe ich gesehen, dass das gut war. Sie haben mich motiviert, mit diesen Coversongs fortzufahren. Aber meine Familie hat mich immer am meisten unterstützt. Mein Vater war von Anfang an mein Manager. Meine Mutter, mein Bruder, die weitere Familie…. alle standen hinter mir.

Welcher Coversong ist dir in Erinnerung geblieben?
Das war der Song, bei dem ich über Nacht tausend Likes bekommen habe und der mein Leben total verändert hat. Ich hatte damals ein modernes Lied von Elitni Odredi und Dado Polumenta für die Harmonika bearbeitet, auf meine eigene Weise. Das war ein ganz neuer Sound und der wurde vom Publikum gut aufgenommen. Das hat mich motiviert und überzeugt, dass ich eine Karriere als Bühnenkünstler anstreben sollte. Ich habe noch weitere Coversongs ins Internet gestellt und bin damit noch bekannter geworden, und mit der Zeit sind auch meine ersten eigenen Songs entstanden.

Du hast jetzt schon viele Lieder und auch Videos aufgenommen. Erzähle uns ein bisschen mehr über deine Songs!
Das erste Lied, das ich aufgenommen habe, war „Tugo moja“, aber das war ganz zu Beginn mit Freunden. Ich mag dieses Lied noch immer, eben weil es mein erstes war, aber es ist mit den neueren Liedern überhaupt nicht zu vergleichen, denn die sind viel professioneller. Heute bin ich am stolzesten auf das Lied „Moja mati“, das allen Müttern dieser Welt gewidmet ist. Und ich bin auch stolz darauf, dass es über eine Million Klicks bekommen hat. Das einzige, was mir Leid tut, ist, dass ich dazu kein Video aufgenommen habe. Aber für meinen neuesten Song „Trebam te“ habe ich in Wien bereits einen Spot mit professioneller Regie gedreht.

Was planst du in nächster Zeit für dein Publikum?
Ich arbeite bereits an neuen Liedern. Eines davon, das ich komponiert und getextet habe, kommt Ende September oder im Oktober heraus. Ich kann schon verraten, dass es wieder eine Ballade sein wird, im Stil eines großen Künstlers, Đanis. Es hat eine tolle Geschichte und das Video ist schon geplant. Ich freue mich sehr darauf. Ich glaube, dass dieses Lied noch besser wird als die vorherigen.

Wo kann man dich sehen und hören?
Ich werde beim Konzert von Kud Behar am 13. Oktober dieses Jahres auftreten. Außerdem kann das Publikum neben meinen Spots und Liedern in den sozialen Netzwerken über mein Facebook-Profil auch mit mir in Kontakt treten. Ich habe bereits eine schöne Zusammenarbeit mit Familien, die mich engagieren, um auf Festen zu spielen, und es freut mich, dass ich ihnen diese besonderen Tage verschönern kann.

Was möchtest du mit deinem Publikum teilen?
Mein Ziel ist, dass ich immer die Emotionen herüberbringe, die mich bei der Komposition der Lieder geleitet haben. Oft schreibe ich selber Texte, in denen sich diese Emotionen verbergen, genauso wie auch die Geschichten, die ich erzählen will. Zum Beispiel hat mich ein guter Freund mit seiner Geschichte für den Text des Liedes „Trebam te“ inspiriert. Wenn ich live singe, hängt es von der Situation ab, wie ich mich präsentiere und welche Emotionen ich mit dem Publikum teilen möchte.

Adnan Adno Bogaljević
(FOTO: Dina Ogrizović)

Du hast auch an den Zvezde Granda teilgenommen, erzähle uns ein bisschen mehr darüber.
Die Zvezde Granda sind mir als sehr schöne Erfahrung in Erinnerung geblieben. Ich habe aus diesem Wettbewerb auch viel gelernt. Obwohl ich dachte, dass ich in die vierte oder fünfte Runde oder sogar bis ins Finale kommen würde, war ich nicht enttäuscht, sondern sogar dankbar, dass ich mich dort weiterentwickeln konnte. Wenn ich jetzt zurückdenke, gab es damals gar keine negativen Kommentare, und das hat mich gefreut. Durch den Wettbewerb bin ich sicher noch professioneller geworden.

Welcher Kommentar ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?
Es ist schwer, da nur einen herauszugreifen. Es gab einige, an die ich noch heute denke. Ich erinnere mich, dass Saša Popović in der ersten Runde selber sagte: „Leute, dies ist Adnan Bogaljević, merken Sie sich seinen Namen!“ Auch Jelena Karleuša hat mich immer mit positiven Kommentaren unterstützt. Sie hat gesagt, ich sei ein aufsteigender Stern, der für die Bühne geschaffen ist, ein „echter Charmeur“ (lacht).

Dein neuestes Lied hat auf YouTube bereits über 100.000 Klicks. Kannst du uns mehr zu dem Text dieses Songs und zu den Dreharbeiten für das Video erzählen?
Der Spot ist unter der professionellen Regie einer Produktionsfirma in B-H entstanden. Der Song ist eine Liebesballade, die in ihrem Text die Liebesgeschichte eines engen Freundes von mir erzählt.

Wo kann man dich noch live hören, außer in den sozialen Netzwerken?
Im Moment trete ich mehr außerhalb meiner Stadt auf, denn ich will den Leuten nicht auf die Nerven gehen, bevor meine Karriere richtig startet. Und man sagt ja, der Erfolg in der eigenen Stadt ist der schwerste. Ich bin viel in Deutschland und der Schweiz, aber auch in Linz und Graz aufgetreten.

Wie stellst du dir deinen Auftritt in Wien in Zukunft vor, als Künstler mit einer anerkannten Karriere?
Ich würde dieses Konzert gerne im Club Instanbul vor großem Publikum geben. Ich kann nicht erklären, warum gerade Instanbul, aber wenn ich an meinen zukünftigen großen Auftritt in Wien denke, stelle ich ihn mir dort vor.

Den letzten Auftritt hattest du in der Schweiz. Deine Eindrücke?
Ich muss sagen, dass es ganz schön anstrengend ist, stundenlang zu fahren und dann aufzutreten. Ich muss mich an dieses Leben als Bühnenkünstler erst noch gewöhnen, aber es freut mich, dass ich mich in der Musik selbst gefunden habe. Es ist auch schön, dass ich durch den Auftritt Gelegenheit hatte, viele schöne Orte zu besuchen, in die ich sonst vielleicht nie gekommen wäre. Der Bodensee hat mich fasziniert! Die Unterstützung der Menschen um mich herum und des Publikums auf der einen Seite und die Liebe zur Musik auf der anderen Seite motivieren mich weiterzumachen. Ich freue mich auf die Herausforderungen, die dieser Weg mit sich bringen wird.

Erkennen dich die Menschen auf der Straße bereits? Wie lebt man so als Star?
Wenn du fragst, ob mich die Menschen auf der Straße erkennen, muss ich sagen, ja. Vor allem außerhalb von Wien, in Deutschland, der Schweiz oder auch nur in anderen österreichischen Städten. Dies hier ist einfach meine Stadt und hier treffe ich meine Freunde, nicht meine Fans. Ich bemühe mich, immer freundlich auf die Menschen zuzugehen. Mich gibt es, weil mich die Menschen unterstützen, und ich schätze ihre Unterstützung sehr. Wo immer ich ein Konzert spiele oder auf einer Feier singe, erhalte ich hinterher noch zwei, drei neue Einladungen. Das ist eine bessere Werbung als jede Reklame.

Autorin: Dina Ogrizović