Gaza, Hunger, Gewalt – ein neuer Bericht zeichnet ein erschütterndes Bild der humanitären Lage und zeigt, wer am härtesten trifft.
Ärzte ohne Grenzen (MSF) erhebt schwere Vorwürfe gegen Israel: Die Hilfsorganisation wirft dem Land vor, im Gazastreifen durch das gezielte Zurückhalten von Lebensmitteln und humanitären Hilfsgütern eine Unterernährungskrise herbeigeführt zu haben. Grundlage dafür ist ein Bericht, den MSF heute vorlegte und der den Zeitraum von Ende 2024 bis Anfang dieses Jahres umfasst.
Vulnerable Gruppen betroffen
Besonders hart treffe die Krise vulnerable Bevölkerungsgruppen: Kinder, Schwangere und stillende Frauen seien am stärksten betroffen. Die Organisation dokumentiert einen deutlichen Anstieg von Frühgeburten, eine erhöhte Sterblichkeit von Säuglingen unterernährter Mütter sowie eine markant gestiegene Zahl an Fehlgeburten. Als wesentliche Ursachen nennt MSF die israelische Blockade des Gazastreifens sowie Angriffe auf zivile Infrastruktur.
Laut Amnesty International wurden zwischen dem 1. Januar und 15. Juni 2025 insgesamt 18.741 Kinder wegen akuter Unterernährung ins Krankenhaus gebracht.
Kritik übt die Hilfsorganisation auch an der Arbeit der GHF-Stiftung (Gaza Humanitarian Foundation), die von den USA und Israel unterstützt wurde und ihre Tätigkeit im Gazastreifen inzwischen eingestellt hat. Während des Wirkungszeitraums der GHF sei in den von MSF betreuten Einrichtungen ein starker Anstieg jener Menschen verzeichnet worden, „die wegen Gewalt an den Verteilstellen sowie der mit Nahrungsmittelmangel verbundenen Unterernährung medizinische Hilfe suchten“.
Neue Todesopfer
Parallel dazu meldeten die von der Hamas kontrollierten Behörden erneut Todesopfer durch israelische Angriffe im Gazastreifen. Demnach wurden bei den jüngsten Angriffen sechs Menschen getötet, mehrere weitere erlitten schwere Verletzungen.