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Schicksalsspiel

Alaba bereit für Bosnien-Kracher – ÖFB träumt von WM-Ticket

Alaba bereit für Bosnien-Kracher – ÖFB träumt von WM-Ticket
Ralf Rangnick, aktueller Trainer des österreichischen Fussball Nationalteams. FOTO: EPA-EFE/GINTARE KARPAVICIUTE
4 Min. Lesezeit |

Ein historischer Coup winkt: Mit einem Sieg in Bosnien könnte Österreichs Fußball-Nationalteam erstmals mit vier Erfolgen in eine WM-Qualifikation starten.

Auf Österreichs Fußball-Nationalteam wartet am Dienstag ein echtes Schicksalsspiel in der WM-Qualifikation. Die Rangnick-Elf gastiert in Zenica (bosnische Stadt) beim punktgleichen Tabellenführer Bosnien-Herzegowina und könnte mit einem Erfolg mit zwei Toren Differenz erstmals in dieser Kampagne an die Spitze der Gruppe H stürmen. „Wir können einen Riesenschritt machen, dessen sind wir uns bewusst“, betonte Teamchef Ralf Rangnick vor dem Duell, das um 20.45 Uhr im ORF 1 übertragen wird.

Die Bedeutung der Partie ist beiden Teams klar. Die Gastgeber haben ihre ersten vier Qualifikationsspiele gewonnen, Österreich hält bei drei Siegen aus drei Begegnungen. Noch nie ist das ÖFB-Team mit vier vollen Erfolgen in eine EM- oder WM-Qualifikation gestartet. Gelingt dieser historische Coup, wäre die Tür zur Endrunde 2026 in Nordamerika weit aufgestoßen und die seit 1998 anhaltende WM-Abstinenz könnte endlich enden. „Es ist schon ein wichtiges Spiel, in gewisser Weise ein Sechs-Punkte-Spiel“, unterstrich Rangnick die Tragweite.

Für den deutschen Fußballlehrer steht weniger die Stärke des Gegners im Fokus als vielmehr die Umsetzung des eigenen Spielkonzepts. Die deutliche Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel beim mühsamen 1:0-Arbeitssieg gegen Zypern am Samstag in Linz macht Hoffnung. „Wir spielen dieses Mal auswärts gegen einen Gegner, der im eigenen Stadion auch in der Situation ist, das Spiel auch selber machen zu müssen“, erklärte Rangnick.

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Rangnicks Matchplan

Die detaillierte Gegneranalyse mit der Mannschaft sollte erst nach der Ankunft in Bosnien-Herzegowina erfolgen. Auch auf die „sicherlich aufgeladene“ Atmosphäre im engen, nur 13.600 Zuschauer fassenden Stadion Bilino Polje will der Teamchef seine Schützlinge vorbereiten. „Wir wissen, was da auf uns zukommt“, versicherte der 67-Jährige. „Natürlich werden die versuchen, das Spiel auch emotional auf einem gewissen Niveau zu halten, das sind wir gewohnt.“ Seine Spieler würden solche Situationen aus ihren Vereinen kennen. „Das ist nichts, wo ich Sorge habe, dass uns das beeindruckt.“

Ob die Bosnier dem nach Ballgewinnen brandgefährlichen ÖFB-Team tatsächlich Räume anbieten werden, bleibt abzuwarten. Die heimischen Medien erwarten von Teamchef Sergej Barbarez keine allzu offensive Ausrichtung. Routinier Edin Dzeko könnte als einzige Spitze beginnen, während der Stuttgarter Angreifer Ermedin Demirovic zunächst auf der Bank Platz nehmen könnte. „Am Ende liegt es auch daran, wie wir das Spiel gestalten, in welche Richtung es sich dann entwickelt“, betonte Rangnick. „Das hat auch etwas mit unserer Herangehensweise zu tun. Ich habe da schon gewisse Vorstellungen, wie das aussehen muss, damit wir unsere Stärken zur Entfaltung bringen.“

Die Personalentscheidungen wollte der Teamchef nach eigenen Angaben erst im Laufe des Montags treffen. Das Abschlusstraining am Mittag in Windischgarsten diente vorwiegend der Regeneration. „Es gibt schon Spieler, die mehr gespürt haben als andere“, verriet Rangnick über die Nachwirkungen des Zypern-Spiels. Schwerwiegendere Verletzungen sind nicht bekannt, lediglich der gesperrte Verteidiger Stefan Posch trat die Reise nach Sarajevo am Montagnachmittag nicht mehr an.

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Personalsituation

Bezüglich seiner Startformation hielt sich Rangnick bedeckt. Wahrscheinlich erscheint jedoch, dass jene Elf beginnt, die nach der Pause gegen Zypern auf dem Rasen stand. Damit würde Michael Gregoritsch im Angriffszentrum Marko Arnautovic ersetzen und auf dem rechten Flügel der ebenfalls zur Halbzeit eingewechselte Romano Schmid statt Patrick Wimmer starten. „Es geht darum, ausgeruht zu sein – und natürlich fit und gesund“, stellte Rangnick klar. „Wir werden definitiv nur fitte Spieler ins Spiel schicken.“

Kapitän David Alaba scheint dazuzugehören. Der nach seinen Verletzungsproblemen ohne Saisonpflichtspiel für Real Madrid angereiste Abwehrchef stand gegen Zypern 70 Minuten auf dem Platz. Laut Rangnick spricht nichts gegen einen erneuten Einsatz des 33-Jährigen von Beginn an. „Ich gehe auch davon aus, dass er beginnen kann.“ Alaba selbst sieht kein Problem darin, zum zweiten Mal nach seinem Kreuzbandriss 2023 ein volles Länderspiel zu absolvieren. „Aber mal schauen, wie das Spiel verläuft“, sagte der Wiener. „Ich fühle mich gut, ich fühle mich bereit.“

Den Qualifikationsauftakt im Juni gegen Rumänien (2:1) und in San Marino (4:0) hatte Alaba verpasst. „Wir haben gegen Rumänien zu Hause gezeigt, wozu wir imstande sind“, erinnerte Rangnick. „Das war über weite Strecken ein richtig starkes Spiel von uns.“ Zuversichtlich stimmen ihn auch die Auswärtsleistungen in der vergangenen EM-Qualifikation in Schweden (3:1) und Belgien (1:1). „Auf diesem Niveau brauchen wir auch in Bosnien-Herzegowina unser Spiel“, forderte der Teamchef.

„Wir freuen uns auf das Spiel und versuchen, da einen großen Schritt in Richtung WM zu machen.“

Ein ungünstiges Omen ist allerdings der Unparteiische. Beide bisherigen Partien unter der Leitung des Spaniers Jesus Gil Manzano hat die Rangnick-Truppe verloren – im Oktober 2023 in der EM-Quali daheim gegen Belgien (2:3) und bei der EM im Vorjahr gegen Frankreich (0:1).

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KO KOSMO-Redaktion
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