Als 7-Jähriger Hinrichtung in Srebrenica überlebt: „Ein Serbe hat mich gerettet“ (VIDEO)

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Als 7-Jähriger Hinrichtung in Srebrenica überlebt: „Ein Serbe hat mich gerettet“ (VIDEO)

Fahrudin-Muminovic-Srebrenica
(FOTO: FaceTV-Screenshot)

Im Alter von nur sieben Jahren musste Fahrudin Muminović das Massaker von Srebrenica miterleben. Nach den schrecklichen Kriegsgeschehnissen war er für mehr als 20 Jahre im Zeugenschutzprogramm des Kriegsverbrechertribunals.

Muminović musste die Exekution von hunderten von Bosniaken mitansehen und überlebte dank eines Doktors, der ihn vom Richtplatz in Orahovac rettete. Nun erzählte er zum ersten Mal seine Geschichte, nachdem er den Mördern beim Kriegsverbrechertribunal in Den Haag Auge in Auge gegenüberstand. „Ich habe mich entschieden, meine Identität öffentlich zu machen. Ich möchte mich nicht verstecken. Jeder soll wissen, wer ich bin“, so der bisher vom Tribunal geschützte Zeuge im Interview für „Face TV“.

Erinnerung an das Massaker
Die Erinnerungen an die grausamen Verbrechen verfolgen Fahrudin bis heute noch. Er wird immer noch psychologisch betreut, um die Traumata zu verarbeiten.

„Mein Vater und ich waren in unserem Haus und er bat mich, ihm eine neue Glühbirne zu bringen, da die alte nicht mehr funktionierte. Als ich aus dem Fenster sah, sagte einer der Männer: ‚Die Tschetniks kommen.‘ Ich versteckte mich unter dem Bett und mein Vater im anderen Zimmer“, erzählte der junge Bosniake.

Die bosnischen Serben fanden sie schließlich, fesselten sie und befahlen ihnen, sich hinzulegen: „Dann begann die Erschießung. Einer der Ärzte hat mich gerettet und brachte mich ins Spital von Zvornik“, so Fahrudin weiter.

„Eine Serbe hat mich gerettet“
Der Moderator und Journalist Senad Hadžifejzović erzählte dem Publikum, dass Fahrudin von einem serbischen Arzt gerettet wurde. „Ich weiß der Doktor ist. Es ist ein Serbe. Wir haben damals keine Namen erwähnen dürfen und er weiß gar nicht genau, wen er damals gerettet hat“, erklärte der Srebrenica-Überlebende.

Heute lebt Fahrudin in der Nähe von Konjević Polje. Er teilt sein Haus mit seinem Onkel und seiner Tante, die für ihn seine neue Familie darstellen und dieselben Kriegserinnerungen teilen. Sie leben als ärmliche Landwirte und sind auf Hilfe durch Spenden angewiesen.

Auf Facebook wurde eine Spendenaktion für den jungen Bosniaken gestartet: „Fahrudin Muminovic Fund (Srebrenica execution survivor)”. In nur vier Tagen spendeten mehr als 3.700 Personen über 165.000 Dollar – Tendenz steigend. (Stand 19.12)

Das gesamte Interview für FaceTV findet ihr auf der zweiten Seite!

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