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GESUNDHEIT

Anämie: Das sind die ersten Anzeichen der Erkrankung

Anämie_Ursachen_Symptome_Behandlung (FOTO: iStock)

Fast ein Drittel der Weltbevölkerung ist davon betroffen. Besonders gefährdete Gruppen sind Kinder, Frauen und Personen, die an chronischen Krankheiten leiden.

Je blässer die Wangen, desto adliger – dieser Schönheitswahn war sehr unter Aristokratinnen verbreitet, mit welchen sie zelebrierten, dass durch ihre Adern blaues Blut floss. Leider ist es niemanden in den Sinn gekommen, dass die Frauen mit sehr schön klingelnden Titeln unter Blutarmut litten, was ihre Lebensqualität und sogar Leben ernsthaft gefährdete. Im Gegensatz zu den adeligen, hatten bürgerliche Frauen rote und knackige Wangen, sie waren keines zerbrechlichen Aussehens, sondern strahlten Stärke und Freude aus. Sie strotzten einfach vor Gesundheit. Deren Rezept für ein unbeschwertes und gesundes Leben war eine ausgewogene und recht einfache Ernährung.
Heutzutage sind alle viel informierter als früher. Sogar Laien wissen, dass Anämie bzw. Blutarmut oder Blutmangel, wie die Krankheit auch umgangssprachlich genannt wird, bei Jung und Alt, aber auch bei beiden Geschlechtern auftreten kann. Um unsere Leser und Leserinnen mit dem Thema, welches auch oft ernstzunehmende Probleme verursachen kann, vertraut zu machen, haben wir die vertraute Partnerin des KOSMO-Magazins Frau dr. Vesna Budić Spasić gebeten, uns ein paar Fragen zu beantworten.

KOSMO: Was sind die Sympthome einer Anämie?
Dr. Vesna Budić Spasić: Anämie tritt in verschiedenen Formen auf, aber in den meisten Fällen wird an Eisenmangel gedacht, sodass sehr oft mit der Eisentherapie sofort begonnen wird, was völlig falsch und manchmal sehr gefährlich sein kann. Alle Arten von Anämien haben ein gemeinsames Merkmal, und zwar die chronische Müdigkeit, die sogar durch ein Ausruhen oder Schlafen nicht unterdrückt werden kann. Neben der Müdigkeit treten auch Kopfschmerzen und eine Konzentrationsschwäche auf, die Haut wird blass und die Schleimhaut der unteren Augenlieder ist blassrosa, anstatt gut durchblutet und eine gesunde rote Farbe fehlt.

Wie kommt es zu einem Blutmangel?
In der Medizin werden Anämien durch eine verringerte Anzahl an roten Blutkörperchen, eine Verringerung ihrer Größe oder eine Senkung der Hämoglobinkonzentration in den roten Blutkörperchen definiert. Dies kann verschiedene Gründe haben:

– Ein Verlust von roten Blutkörperchen oder Erythrozyten aufgrund verschiedener Blutungen, unabhängig davon, ob sie sichtbar sind, wie bei Verletzungen oder Menstruationsblutungen, oder unauffällig bzw. okkult sind, wie zum Beispiel beim Auftreten eines schwarzen Stuhlgangs, aufgrund von Tropfenblutungen im Verdauungssystem, d.h. Im Magen oder Darm.
– Eine verminderte Produktion von Erythrozyten im Knochenmark aufgrund einer Knochenmarkerkrankung.
– Eine chronische Erkrankungen anderer Organe, wie zum Beispiel der Nieren. Erythropoetin, ein Hormon, das für die Produktion von Erythrozyten notwendig ist, wird in der Niere produziert. Wenn die erkrankte Niere das Hormon nicht produzieren kann, entstehen auch keine Erythrozyten.
– Eine Störung des Einbaus von Eisen in das Hämoglobin aufgrund des Mangels an Eisen oder Vitaminen und Hormonen, die diesen Prozess steuern und regulieren.

Was sind die Folgen eines Eisen- und Vitamin B12-Mangels?
Eisenmangel führt zur Bildung verkleinerter, weniger leistungsfähiger Erythrozyten, die dann in Folge weniger Sauerstoff transportieren, der für die Funktion aller Zellen benötigt wird. Ein Mangel an Vitamin B12 führt zur Bildung großer Erythrozyten, die ihre Funktion nicht erfüllen können. Eine übermäßige Auflösung der erzeugten Erythrozyten führt ebenfalls zu Anämie. Dieser Prozess wird als Hämolyse bezeichnet und kann durch Viren, Medikamente oder toxische Substanzen verursacht werden. Manchmal kann eine Hämolyse auch ein Autoimmunprozess sein, wenn im Körper Antikörper gebildet werden, die einen Krieg gegen ihre eigenen Erythrozyten beginnen und diese zerstören. Die Haut nimmt aufgrund der erhöhten Konzentration von Bilirubin, das aus zersetzten Erythrozyten gebildet wird, eine gelbliche Farbe an.

Kann Anämie eine Erbkrankheit sein?
Anämien können auch erblich sein, wie die Thalassämie, eine Krankheit mit kleinen Erythrozyten, an welcher öfters Menschen die im Mittelmeerraum leben erkranken. Mildere Formen der Anämie sind weit verbreitet und führen nicht zu schweren Krankheiten, sondern werden ärztlich überwacht und kontrolliert.

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