Eine neue Android-Malware tarnt sich als vertraute App – und schlägt zu, bevor Nutzer überhaupt etwas bemerken.
Android-Nutzer sind derzeit mit einer neuen und besonders heimtückischen Form von Schadsoftware konfrontiert. Die Malware mit dem Namen „Rathat“ setzt dabei auf den Einsatz künstlicher Intelligenz, um Smartphones gezielt anzugreifen.
Rathat im Detail
Die Funktionsweise von „Rathat“ ist darauf ausgelegt, Nutzer zu täuschen: Die Schadsoftware tarnt sich als bekannte Anwendungen – darunter auch Google Chrome – und übernimmt dabei sowohl das Icon als auch den Namen der jeweiligen App. Nach der Installation fordert die gefälschte Anwendung Zugriffsrechte auf Barrierefreiheitsfunktionen an und verschafft sich so Zugang zum gesamten Gerät.
Ein eingebetteter KI-Agent sorgt dafür, dass „Rathat“ dauerhaft im Hintergrund aktiv bleibt und sensible Informationen wie Login-Daten, Screenshots, Videos und SMS-Nachrichten ausliest. Besonders gefährlich wird die Situation, wenn Betroffene versuchen, die App zu entfernen: In diesem Fall löscht die Malware sämtliche Daten auf dem Gerät. Sicherheitsforschern des Unternehmens Zimperium zufolge wurden bisher mehr als 162 infizierte Anwendungen identifiziert; die Angriffe konnten nach China zurückverfolgt werden.
Schutz & Prävention
Derzeit verbreitet sich „Rathat“ ausschließlich über externe Webseiten und ist nicht über den Google Play Store zugänglich. Wer Apps grundsätzlich nur aus offiziellen Quellen bezieht, ist damit vorerst nicht unmittelbar gefährdet. Ein kritischer Blick auf die Herkunft von Anwendungen und ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber unsicheren Download-Quellen bleiben unverzichtbar.
Als wirksamste Schutzmaßnahme gilt, Apps ausnahmslos über den Google Play Store zu installieren und die von jeder Anwendung angeforderten Berechtigungen sorgfältig zu prüfen. Wer den Verdacht hegt, bereits infiziert zu sein, hat in den meisten Fällen nur noch die Möglichkeit eines Werksresets, um das Gerät zu bereinigen. Regelmäßige Datensicherungen sind daher dringend empfohlen, um im Ernstfall keinen dauerhaften Datenverlust zu erleiden.