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Lynchmob

Angeblich Koran geschändet: Mann totgeprügelt und angezündet

(FOTO: iStock/DoganKutukcu)
(FOTO: iStock/DoganKutukcu)

Bei einem Vorfall wurde im Nordteil Pakistans ein Mann durch eine aufgebrachte Menschenmenge zu Tode geprügelt und anschließend verbrannt.

Dies geschah aufgrund des Vorwurfs, er habe angeblich den Koran entweiht. Der Zwischenfall ereignete sich nachdem Anwohner ihn beschuldigt hatten, das heilige Buch des Islam verbrannt zu haben. Er wurde daraufhin aus Sicherheitsgründen von der örtlichen Polizei in Schutzhaft genommen wurde.

Tragische Eskalation

Beim Vorfall in der Region Madyan des Swat-Tals griff eine Menschenmenge, die durch Aufrufe aus lokalen Moscheen mobilisiert worden war, eine Polizeiwache an. Nachdem sie die Polizeistation gestürmt hatten, bewarfen sie den Mann mit Steinen. Warnschüsse seitens der Polizei stachelte sie Menge noch weiter auf, so dass sie schließlich die Polizisten überwältigten und den Mann auf die Straße zehrten. Der Lynchmob prügelte ihn mit Stöcken zu Tode, übergossen ihn mit Öl und zündeten ihn an.

Pakistans heikles Thema: Blasphemie

Dieser Vorfall wirft einmal mehr ein Licht auf die in Pakistan höchst umstrittene Blasphemie-Gesetzgebung. In einem Land, in dem die Anschuldigung der Gotteslästerung tödlich enden kann, zeigen Vorfälle wie diese und Willkürakte gegenüber Angehörigen religiöser Minderheiten die dunkle Seite der Gesetzgebung auf. Obwohl das Höchststrafmaß, die Todesstrafe, für Blasphemie bisher noch nie angewendet wurde, genügt allein der Verdacht, um Gewaltausbrüche und Selbstjustiz auszulösen. Menschenrechtsaktivisten betonen immer wieder, dass solche Beschuldigungen zudem oft als Vorwand benutzt werden, um persönliche Konflikte auszutragen.