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Fehlgeburt

Anstieg bei Ringelrötel-Infektionen: Schwangere in Gefahr

(FOTO: iStock/NataliaDeriabina/Evgen_Prozhyrko)
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In den letzten Monaten hat sich in Deutschland, Österreich und anderen EU-Ländern eine deutliche Zunahme von Ringelröteln-Fällen bemerkbar gemacht. Diese Erkrankung, ausgelöst durch das Parvovirus B19 (B19V), verläuft normalerweise saisonal mit einem Häufigkeitsgipfel im Frühjahr und Frühsommer. Doch bereits von Jänner bis März verzeichneten Gesundheitseinrichtungen einen ungewöhnlich starken Anstieg der Inzidenzraten. Besonders die Medizinische Universität Wien meldete eine signifikante Häufung von Parvovirus B19-Nachweisen.

Gesundheitsrisiko für Schwangere und ungeborenes Kind

Besondere Vorsicht ist bei werdenden Müttern geboten. Das Parvovirus B19 kann von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden, sogar wenn die Mutter keinerlei Symptome zeigt. Durch die Plazenta gelangen die Viren in den Blutkreislauf des Fötus und können dort blutbildende Zellen angreifen. Die möglichen Konsequenzen sind gravierend und reichen von Blutarmut bis hin zu Fehl- oder Frühgeburten, insbesondere in den frühen Monaten der Schwangerschaft.

Übertragung und Symptome

Ringelröteln sind nicht mit den bekannteren Röteln zu verwechseln und zeichnen sich durch eine hohe Ansteckungsfähigkeit aus. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Tröpfcheninfektion, etwa durch Husten oder Niesen, aber auch durch den Kontakt mit kontaminierten Händen. Viele Erwachsene und Kinder erleiden mildere Symptome, die Grippesymptomen ähneln, einschließlich leichtem Fieber und geschwollenen Lymphknoten. Nicht bei jedem Betroffenen zeigt sich der charakteristische Hautausschlag. Die Ansteckungsgefahr besteht vor allem für Personen, die noch keine Immunität gegen das Virus entwickelt haben. Glücklicherweise bietet eine überstandene Infektion lebenslangen Schutz.

Die aktuelle Zunahme der Ringelrötelnfälle unterstreicht die Notwendigkeit erhöhter Aufmerksamkeit und Vorsichtsmaßnahmen, insbesondere für Schwangere. Die Früherkennung und Isolation von Infizierten kann dazu beitragen, die Ausbreitung dieses hochansteckenden Virus einzudämmen und besonders vulnerable Gruppen zu schützen.