Ein Urteil, das fassungslos macht – und eine Ankündigung danach, die es noch mehr tut.
Ein erschütternder Fall von schwerem sexuellen Missbrauch innerhalb einer Familie hat Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt in Aufruhr versetzt. Das Landgericht Dessau-Roßlau verurteilte den 38-jährigen Holger R., der in der Vergangenheit auch politisch aktiv war und fünf Kinder hat, zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten. Das Gericht befand ihn für schuldig, seine zwölfjährige Tochter sexuell missbraucht und mit ihr ein Kind gezeugt zu haben.
Ans Licht gekommen war die Tat, nachdem das Krankenhaus, in dem das Kind zur Welt kam, sowohl die Polizei als auch das Jugendamt verständigt hatte.
Schockierendes Geständnis
Im Verlauf des Prozesses legte Holger R. ein Geständnis ab, wodurch seiner Tochter eine Aussage vor Gericht erspart blieb. Mit seinen Äußerungen löste er bei den Anwesenden blankes Entsetzen aus. „Ich bin kein Pädophiler. Es war eine schwierige Zeit für mich, als es zu der Tat kam“, sagte R. vor Gericht.
Als einen der Belastungsfaktoren nannte er die beengte Wohnsituation: Die Familie lebte zu siebt auf einer Fläche von lediglich 64 Quadratmetern.
Familiäre Folgen
Trotz der Schwere der Verurteilung stellte die Ehefrau von R. klar, dass er nach Verbüßung seiner Strafe in die Familie zurückkehren werde. „Es ist eine furchtbare Situation, aber er bleibt der Vater meiner fünf Kinder und wird nach der Haft wieder zu uns kommen“, erklärte sie.
Das Kind, das aus dem Missbrauch hervorgegangen ist, wird hingegen zur Adoption freigegeben und lebt derzeit bei einer Pflegefamilie. „Meine Tochter und ich haben entschieden, dass wir den Kleinen zur Adoption freigeben werden“, sagte die Mutter des Opfers.
Fachleute betonen, dass das Jugendamt bei einer Rückkehr von R. in den Familienverband besonders wachsam agieren müsse, um die Sicherheit der Kinder sicherzustellen.