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Sozialhilfe

Arbeitende Großfamilie hat weniger Einkommen als Sozialhilfe-Familie

Arbeitende Großfamilie hat weniger Einkommen als Sozialhilfe-Familie
(FOTO: Screenshot ServusTV)
3 Min. Lesezeit |

In Oberösterreich lebt ein Paar, das beide berufstätig ist und sieben Kinder hat, aber am Monatsende weniger Geld zur Verfügung hat als eine Familie in Wien, die Sozialhilfe bezieht.

Vergleich zweier Familien

Der Fernsehsender „ServusTV“ beleuchtete in seiner Sendung „Blickwinkel – Das Nachrichtenmagazin“ diesen Fall und stellte dem syrischen Paar eine gleich große Familie aus Oberösterreich gegenüber, in der beide Elternteile Vollzeit arbeiten.

Die Familie lebt nahe Wels und hat dabei ein geringeres Einkommen aus ihrer Arbeit als die Wiener Familie mit 4600 Euro Mindestsicherung. KOSMO berichtete über den Fall, der noch immer für Aufregung sorgt. „Es kann nicht sein, dass zwei Leute hier arbeiten und wir arbeiten wirklich viel, dass wir mit diesem Einkommen tatsächlich unter dem Wert von Wien sind“, äußerte Carina Rami gegenüber „ServusTV“. Ihr Mann Günther und sie unterrichten am Wirtschaftsförderungsinstitut (Wifi) – er technische Fächer und sie Deutsch – hauptsächlich für Migranten.

Einkommen durch Arbeit vs. Sozialhilfe

Das Ehepaar Rami arbeitet zusammen 80 Stunden pro Woche und erzielt ein monatliches Netto-Einkommen von 4.000 bis 4.500 Euro. Damit liegen sie trotz Vollzeitarbeit unter dem Betrag, den das syrische Paar in Wien an Sozialhilfe erhält. Hinzu kommt, dass Empfänger von Sozialhilfe zusätzliche Zuschüsse für Schulausflüge, Bus, Bahn oder ORF-Gebühren erhalten, die arbeitende Familien nicht bekommen.

„Alle möglichen Minderheiten werden bedacht und darf man auf keinen Fall diskriminieren. Über eine Minderheit, die eigentlich den gesellschaftlichen Motor am Laufen hält, an die denkt keiner“, kritisiert Günther Rami.

Die Unterstützung für Familien

Das syrische Migrantenpaar bekommt monatlich 809,09 Euro, plus 51,01 Euro Zuschlag je minderjährigem Kind. Obendrauf gibt es 312,08 Euro pro Kind sowie 995,46 Euro an Mietbeihilfe. Damit erhält die neunköpfige Familie mehr Unterstützung, als viele arbeitende Familien durch ihre Tätigkeit verdienen.

Lösungsansätze

Carina Rami betont, es gehe nicht darum, andere um die soziale Unterstützung zu beneiden. Stattdessen müsse man Möglichkeiten schaffen, diese Menschen „in die Beschäftigung“ zu bringen. Ein Vorschlag, den sie einbringt, ist, Kindern mehr Sachleistungen anstatt Geld zu gewähren. Damit könnten auch arbeitende Eltern von Großfamilien profitieren und die „teils obszön hohen“ Summen an Sozialhilfe könnten reduziert werden, ohne dass Kinder darunter leiden.

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Dieser Vergleich zweier Großfamilien zeigt eine signifikante Diskrepanz zwischen Einkommen durch Arbeit und Sozialhilfe auf, die viele Menschen in Österreich beschäftigt und zur Diskussion stellt, wie gerechte Unterstützungssysteme aussehen sollten.

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KO KOSMO-Redaktion
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