Arbeitsmarkt: Österreicher lieber arbeitslos als Niedriglohnempfänger

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Arbeitsmarkt: Österreicher lieber arbeitslos als Niedriglohnempfänger

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Laut der Studie würden nur 28 Prozent der Befragten ein niedrigeres Gehalt oder eine niedrigere Position der Arbeitslosigkeit vorziehen. (Foto: iStock)

Fort-und Weiterbildung steht für die Österreicher ganz oben auf der Liste, um am Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit dem Auswandern sind sie eher zurückhaltend – nur 38 Prozent wären bereit für den Job das Land zu verlassen.

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Das berühmte Franchise-Unternehmen Starbucks Coffee Company schließt 397 Tee-Geschäfte. Die Filialen, welche unter dem Namen Teavana betrieben wurden, sollen bereits im Frühjahr 2018 dichtgemacht werden. Die 3.300 betroffenen Mitarbeiter sollen in anderen Starbucks-Läden unterkommen.

 

Der „Job fürs Leben“ ist ausgestorben. Viele mittelständische Jobs werden nach und nach eliminiert während die Digitalisierung viele Berufsbilder erschaffen wird, die heute noch gar nicht existieren. Entsprechend schätzen auch die 400 befragten Österreicher für den Randstad Workmonitor im 2. Quartal 2017 die Situation ein: Fast drei Viertel der Befragten stimmen dieser Aussage zu.

Konkurrenzfähigkeit am Arbeitsmarkt

83 Prozent der Österreicher sehen es als unverzichtbar an, sich laufend fort- und weiterzubilden. Neben dem „lebenslangen Lernen“ gibt es weitere, unterschiedlich drastische Maßnahmen, um am Arbeitsmarkt oder im gegenwärtigen Job gefragt zu bleiben. So würden sich 89 Prozent der Befragten umschulen lassen, um in einem anderen Bereich weiterzuarbeiten. 78 Prozent würden eher einen befristeten Arbeitsvertrag annehmen als arbeitslos zu sein. Interessant: Ein niedrigeres Gehalt oder eine niedrigere Position würden aber nur 28 Prozent der Arbeitslosigkeit vorziehen. Damit liegt Österreich weltweit unter den letzten fünf Plätzen, während in den USA oder Großbritannien über 60 Prozent lieber schlechter gestellt als gar nicht weiterarbeiten würden.

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Arbeitslose sollen demnächst für die 24-Stunden-Betreuung am Land eingesetzt werden. Finanzielle Mittel aus der Arbeitslosenversicherung sollen in die Betreuung älterer Menschen fließen. Auch Asylwerber könnten in diesem Bereich mithelfen.

 

Nur wenige zum Auswandern für den Job bereit

Bei der Befragung haben sich die Österreicher sehr heimatverbunden gezeigt. Nur 38 Prozent würden vorübergehend ins Ausland ziehen, wenn es für den angestrebten Job keine freien Stellen im Inland gibt. Damit liegt Österreich weltweit auf dem letzten Platz der Auswanderungswilligen. Und das ist keinesfalls nur eine Wohlstandsfrage: Die Nachbarn aus der Schweiz würden z.B. zu 51% für den richtigen Job ins Ausland ziehen.

Die quantitative Studie von Randstad wurde über einen Online-Fragebogen durchgeführt. Befragt wurden Personen im Alter von 18-65 Jahren, die erwerbstätig sind. Die minimale Stichprobe lag bei 400 Befragten pro Land.