Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Asbestskandal

Asbest-Alarm in mehreren niederösterreichischen Orten!

Asbest-Alarm in mehreren niederösterreichischen Orten!
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Asbest in Spielanlagen, neben Restaurants und an Ladestationen – in Niederösterreich wird das Ausmaß einer Kontamination sichtbar.

Greenpeace hat in drei niederösterreichischen Gemeinden Asbestbelastungen nachgewiesen. Konkret betroffen sind Kirchschlag in der Buckligen Welt, Krumbach sowie Wiener Neustadt. Als wahrscheinliche Herkunft des kontaminierten Materials gilt ein gesperrter Steinbruch im burgenländischen Pilgersdorf. Zu Jahresbeginn 2026 wurden vier Steinbrüche im Burgenland (Pilgersdorf, Bernstein, Rumpersdorf und Badersdorf) behördlich gesperrt, nachdem Messungen Asbestwerte von mehr als 10.000 Fasern pro Kubikmeter Luft ergeben hatten.

In Krumbach und Kirchschlag in der Buckligen Welt wurden Material- und Staubabdruckproben entnommen und ausgewertet. „Alle vier Materialproben enthalten zwischen fünf und 20 Prozent Asbest. Zwei der vier Staubproben weisen mit bis zu 170 Fasern pro Quadratzentimeter eine deutliche Belastung auf“, erklärte Greenpeace. In Wiener Neustadt stieß man auf asbesthaltiges Material in unmittelbarer Nähe einer E-Auto-Ladestation sowie eines Restaurants.

Boccia-Bahn gesperrt

Besonders gravierend ist die Lage rund um die Boccia-Bahn in Kirchschlag in der Buckligen Welt: Das dort verwendete Füllmaterial weist einen Asbestanteil von bis zu 20 Prozent auf. Bürgermeister Karl Kager handelte ohne Verzögerung und veranlasste die Sperrung der Anlage. „Die Gesundheit der Bevölkerung steht an erster Stelle“, betonte Kager. Das belastete Material wurde ausgetauscht und fachgerecht entsorgt.

Darüber hinaus ist auch ein Betrieb im Industrieviertel von der Kontamination betroffen. Das Unternehmen hat bereits Sanierungsarbeiten aufgenommen und muss verunreinigten Schotter ordnungsgemäß entsorgen. Schon im März waren im Bereich der Straßenmeisterei Aspang-Markt Asbestfasern in Streusplitt entdeckt worden, der aus dem Burgenland angeliefert worden war. Greenpeace hatte zuvor bereits Asbestfunde im Burgenland und in der Steiermark gemeldet.

Niederösterreichs Reaktion

„Die langjährigen Missstände im Burgenland haben dazu geführt, dass nun auch zahlreiche Menschen in Niederösterreich von einer Asbestbelastung betroffen sind“, sagte Stefan Stadler von Greenpeace Österreich. Die niederösterreichische Landesregierung wurde aufgefordert, die Lage umfassend zu prüfen und unverzüglich Sofortmaßnahmen gemäß dem Asbest-Aktionsplan von Greenpeace einzuleiten.

„Die Hinweise werden ernst genommen, wir brauchen Klarheit und Sicherheit“, erklärte das Land Niederösterreich. Der Straßendienst hat umgehend Maßnahmen zur Nasskehrung und Entsorgung veranlasst. Eine eigens eingerichtete Expertengruppe weitet die Luftmessungen aus, an denen sowohl interne als auch externe Fachleute sowie der niederösterreichische Umweltanwalt beteiligt sind.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen