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Gesundheitsgefahr

Asbest in beliebtem Kurort entdeckt – Greenpeace schlägt Alarm

Asbest in beliebtem Kurort entdeckt – Greenpeace schlägt Alarm
FOTO: Mitja Kobal/Greenpeace
3 Min. Lesezeit |

Ein beliebter Kurort, Schotter, Wind – und ein unsichtbares Gesundheitsrisiko, das jahrzehntelang unbemerkt blieb.

Ort des Geschehens

Greenpeace hat im burgenländischen Kurort Bad Tatzmannsdorf besorgniserregende Asbestbelastungen festgestellt. Stichproben auf insgesamt acht öffentlichen Flächen ergaben erhöhte Asbestkonzentrationen sowohl im Schotter als auch auf asphaltierten Bereichen. Bürgermeister Stefan Laimer reagierte umgehend und veranlasste die Sicherung, Sperrung sowie Sanierung der betroffenen Gemeindeflächen.

In Österreich gilt seit 31. Dezember 2025 für Asbest am Arbeitsplatz ein Grenzwert von 10.000 Fasern pro Kubikmeter Luft, der zuvor bei 100.000 Fasern pro Kubikmeter lag. Die vom Land Burgenland eingesetzte Taskforce „Vorsorgeabklärung Luftqualität“ erklärte nach ersten Messungen, dass derzeit keine akute Gefahr für die Bevölkerung festgestellt wurde und eine gesundheitliche Gefährdung erst durch die Freisetzung einatembarer Asbestfasern in die Luft entsteht.

Auch das landeseigene Kurzentrum „Reduce“ kündigte entsprechende Sanierungsmaßnahmen an. Greenpeace appelliert darüber hinaus an die burgenländische Landesregierung, vergleichbare Schritte landesweit einzuleiten.

Herwig Schuster, Umweltchemiker bei Greenpeace Österreich, erklärte: „Hier rollten täglich Autos über Asbeststeine mit Risiken für Bewohnende, Arbeitnehmende und Gäste. Erfreulicherweise hat der ÖVP-Bürgermeister Stefan Laimer den Ernst der Situation erkannt und umgehend eine Sanierungsoffensive gestartet.“

Betroffene Flächen

Im Zentrum der Belastung stehen Schotterstraßen sowie stark frequentierte Schotterparkplätze, die sich im Eigentum der Gemeinde, des Kurzentrums oder von Privatpersonen befinden. Konkret betroffen sind außerdem die Fahrbahnen der neu angelegten Wohnstraßen Sepp-Rehling-Gasse und Baron-Toth-Gasse sowie eine Baustelle in unmittelbarer Nähe des Freibads.

Greenpeace dokumentierte im Südburgenland weitere belastete Flächen, darunter die Klinik Oberwart, den Skatepark in Rechnitz und eine Einfamilhaussiedlung in Neumarkt im Tauchental. In analysierten Materialproben wurden Asbestgehalte von teils über 50 Prozent festgestellt.

Besonders problematisch ist, dass der Fahrzeugverkehr und der Wind – verstärkt durch die anhaltende Trockenheit – die feinen Asbestfasern aufwirbeln, die beim Einatmen gesundheitsgefährdend wirken. Während die Flächen im Besitz der Gemeinde und des Kurzentrums rasch gesichert und saniert werden, hat der Bürgermeister den betroffenen Privateigentümerinnen und Privateigentümern Unterstützung bei der Sanierung zugesagt.

Ursache: Serpentinit-Steinbrüche geschlossen

Im Burgenland wurden mit Stand Jänner 2026 insgesamt vier Serpentinit-Steinbrüche in den Bezirken Oberwart und Oberpullendorf behördlich geschlossen, nachdem Laboranalysen sehr hohe Asbestanteile im dort abgebauten Gestein nachgewiesen hatten. Dieses Material war als Schotter für Wege, Baustellen und Freizeitanlagen verarbeitet worden.

Vorbildliche Reaktion

„Über Jahrzehnte wurde asbesthaltiges Material im ganzen Burgenland verbaut. Bad Tatzmannsdorf handelt hier vorbildlich. Jede Verdachtsfläche wurde überprüft und es werden unverzüglich Maßnahmen gesetzt. Erste Flächen wurden bereits saniert. Daran müssen sich das Land Burgenland und die anderen betroffenen Gemeinden ein Beispiel nehmen“, so Schuster.

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KO KOSMO-Redaktion
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