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MENSCHENHANDEL

Babys stecken aufgrund von Coronakrise in Ukraine fest (VIDEO)

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(FOTO: YouTube / Screenshot: BioTexCom clinic)

46 Säuglinge warten derzeit, in einem ukrainischen Hotel, auf die Aufhebung des Reisevebots, um ihre neuen Eltern kennenzulernen. Unterdessen wird der zuständigen Firma Menschenhandel vorgeworfen.

Aufgrund der Corona-Krise stecken insgesamt Neugeborene, die von Leihmüttern ausgetragen und ins Ausland verkauft werden, im Venice-Hotel in der Ukraine fest. Ein Video zeigt die Kinder in einem Zimmer nebeneinander liegen und um die Wette schreien.

„Liebe Eltern, mein Name ist Marina, ich bin Administrator im Venice Hotel. Unsere Babysitter kümmern sich 24 Stunden am Tag in einem Kinderzimmer um Ihre Babys. Jeden Tag gehen sie mit ihnen hinaus und baden sie“, so die Dame im Video, die den Eltern eine Video-Botschaft schickt.

Sie ist Teil der BioTexCom Klinik, die sich selbst als „Zentrum für menschliche Fortpflanzung“ bezeichnet und einen Leihmutterschafts-Service anbietet. In den meisten Ländern ist es verboten, eine Frau zu engagieren, die für eine andere Person das Kind austrägt und anschließend an diese abgibt – nicht in der Ukraine. Dort ist die Prozedur bereits ab knapp 6.500 Euro möglich.

„Wir zeigen den Eltern die Babys online und informieren sie, wie viel sie essen, wie sie schlafen und wie schwer sie sind“, erklärt „Marina. Die Firma fordert die „werdenden Eltern“ Druck auf die ukrainische Regierung auszuüben. Sie sollen Sondererlaubnisse zur Abholung der Kinder erteilen.

Beim Wunschvater handelt es sich um einen verurteilten Sexualstraftäter

Wo viele Mitleid empfindet, zeigen sich Organisationen schockiert. Die ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Ljudmila Denissowa verlangt unverzüglich die Gesetze für Leihmutterschaften von Ausländern zu verschärfen und argumentiert: „Kinder sollten in der Ukraine kein Objekt für Menschenhandel sein“.

Bereits 2018 geriet BioTexCom in die Schlagzeilen und wurde für einen „Billig-Babyanbieter“ deklariert. In dem osteuropäischen Land boomt das Geschäft mit der Leihmutterschaft. Und auch bei weiteren Anbietern wurden Skandale aufgedeckt die zu einigen Gesetzesänderungen führten.

Besonders der Fall „Baby Gammy“ sorgte 2014 weltweit für Entsetzen. Die australischen Wunscheltern sollen das Kind bei der thailändischen Mutter gelassen haben, weil es Trisonomie 21 hat. Zudem handelt es sich bei dem Wunschvater um einen verurteilten Sexualstraftäter.