Während Kreta in der Sommerhitze Urlauber anzieht, lauert eine unsichtbare Gefahr in den Wasserleitungen. Die Behörden schlagen nun Alarm – mit gutem Grund.
Kreta als Urlaubsparadies mit verstecktem Risiko: Behörden schlagen Alarm wegen Legionellen im Leitungswasser. Trotz anhaltender Hitzewellen bleibt die griechische Mittelmeerinsel ein Magnet für Urlauber aus aller Welt, darunter viele Deutsche. Doch nun müssen Reisende besondere Vorsicht walten lassen. In zahlreichen Wasserproben wurden erhöhte Konzentrationen gesundheitsgefährdender Bakterien nachgewiesen. Die Situation sei laut Behördenangaben „besorgniserregend“ – in der Hälfte aller untersuchten Proben fanden sich die Erreger. Wer das kontaminierte Wasser trinkt oder damit duscht, riskiert eine Legionellen-Infektion, die vor allem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich werden kann.
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Infektionsrisiken
Die Gesundheitsgefahr betrifft mehrere Unterkünfte auf der Insel. Urlauber sollten unter keinen Umständen Leitungswasser trinken oder für die Zubereitung von Eiswürfeln verwenden. Auch zum Zähneputzen empfiehlt sich ausschließlich abgefülltes Wasser aus dem Handel. Wichtig zu wissen: Die Infektion erfolgt nicht über den Verdauungstrakt, sondern durch das Einatmen feinster Wassertröpfchen, was zu schweren Lungenentzündungen führen kann. Die Bakterien gedeihen besonders gut, wenn Wasser bei hohen Temperaturen längere Zeit in Leitungen steht.
Daher besteht auch beim Duschen oder bei der Nutzung von Whirlpools Infektionsgefahr durch Einatmen der Wassertröpfchen. Die Gefahr ist nicht zu unterschätzen: Bereits eine britische Touristin musste nach einer Legionellen-Infektion auf Kreta im Krankenhaus behandelt werden.
Behördliche Maßnahmen
Die Behörden auf Kreta haben bereits reagiert und mehrere Hotels sowie Ferienanlagen angewiesen, ihre Wasserleitungen zu desinfizieren und die Temperatur in den Warmwassersystemen anzuheben. Legionellen werden innerhalb kürzester Zeit bei Temperaturen ab 60 Grad abgetötet. Auch sehr niedrige Temperaturen verhindern ihre Vermehrung. Die Bakterien können neben der schwerwiegenden Legionärskrankheit mit Lungenentzündung auch das milder verlaufende Pontiac-Fieber verursachen, das grippeähnliche Symptome hervorruft.
Obwohl die konkreten Namen der betroffenen Hotels bislang nicht veröffentlicht wurden, zeigen aktuelle Untersuchungen, dass in nahezu 50 Prozent der Wasserproben aus Hotels und öffentlichen Gebäuden Legionellen nachgewiesen wurden. Das Problem ist nicht auf Kreta beschränkt: Experten weisen darauf hin, dass Legionellen in geringer Konzentration fast überall im Wasser vorkommen, sich jedoch besonders in älteren Wassersystemen und bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad stark vermehren – typische Bedingungen in vielen Mittelmeer-Urlaubsregionen während der Sommermonate.