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Wetterextreme

Hohes Risiko: Schwere Flugzeug-Turbulenzen häufen sich

Hohes Risiko: Schwere Flugzeug-Turbulenzen häufen sich
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3 Min. Lesezeit |

Ein Qantas-Flug geriet kürzlich während des Landeanflugs auf Brisbane in heftige Turbulenzen. Die Boeing 737 wurde von plötzlichen Windböen erfasst, wodurch mehrere Passagiere und Besatzungsmitglieder Verletzungen erlitten. Verantwortlich für den Vorfall waren sogenannte „Mikrobursts“ (intensive Fallwinde) – intensive Fallwinde, die das Flugzeug kurzzeitig in verschiedene Richtungen rissen.

Diese „Mikrobursts“ entstehen bei intensiven Gewitterzellen und zeichnen sich durch ihre extreme, aber lokale Kraftentwicklung aus. Innerhalb von Sekunden können sie zu dramatischen Höhenverlusten führen, besonders wenn sich Windrichtung und -stärke schlagartig ändern. Brisbane erlebte bereits 2016 derartige Wetterextreme mit Windgeschwindigkeiten von 157 km/h, die mehrere am Boden stehende Flugzeuge beschädigten.

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Zunehmende Wetterextreme

Obwohl die Luftfahrt nach wie vor zu den sichersten Verkehrsmitteln zählt, verändern zwei Faktoren die Risikolandschaft: das stetig wachsende Flugaufkommen und die Zunahme klimabedingter Wetterextreme. Besonders problematisch ist dabei die kaum vorhandene Vorhersagbarkeit dieser plötzlich auftretenden Windphänomene.

Der Vorfall in Brisbane ist kein isoliertes Ereignis, sondern vielmehr ein Indikator für künftige Entwicklungen, wie aktuelle Forschungsergebnisse nahelegen. Mit fortschreitender globaler Erwärmung steigt der Wasserdampfgehalt in der Atmosphäre, was die Wahrscheinlichkeit intensiver Gewitter mit gefährlichen Windböen erhöht. Die „Mikrobursts“ stellen vor allem während Start- und Landephasen – den kritischsten Momenten eines Fluges – eine erhebliche Gefahr dar.

Wie die Untersuchung des Qantas-Vorfalls vom 4. Mai 2024 durch die australische Transportsicherheitsbehörde ergab, informierte der Kapitän die Kabinencrew nicht über die erwartete Turbulenz, da er selbst die Schwere der Wetterlage nicht einschätzen konnte. Dies führte dazu, dass drei Kabinenbesatzungsmitglieder verletzt wurden – eines davon erlitt eine schwere Knöchelfraktur. Zudem blieben trotz Anweisungen mehrere Personen während der Landung ungesichert, was das Risiko in Notfallsituationen erhöhte.

Als Konsequenz kündigte Qantas eine umfassende Überarbeitung der Sicherheitsprotokolle für das Kabinenpersonal an, um die Kommunikation zwischen Cockpit und Kabine zu verbessern und die Sicherheit bei unerwarteten Turbulenzen zu erhöhen.

KI-Risikoanalyse

Ein Forscherteam aus Australien setzte nun KI-Technologie ein, um entsprechende Risikoprofile zu erstellen. Die Datenanalyse zeigt einen klaren Trend: Sowohl Häufigkeit als auch Intensität dieser Wetterphänomene nehmen zu. Während kleinere Regionalflughäfen mit ihren kompakteren Maschinen besonders gefährdet sind, müssen sich auch internationale Drehkreuze auf vermehrte Mikroburst-Aktivitäten einstellen.

Die Luftfahrt wird durch diese Entwicklung nicht grundsätzlich unsicherer, jedoch unberechenbarer.

Insbesondere Reisende in klimatisch belastete Regionen wie Australien oder den Mittelmeerraum müssen sich künftig möglicherweise auf turbulentere Flüge einstellen.