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Alarmierend

Bakterienanstieg auf griechischer Insel: Urlauberin liegt im Koma

Bakterienanstieg auf griechischer Insel: Urlauberin liegt im Koma
Symbolbild FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Alarmierender Fund auf Kreta: Fast jede zweite Wasserprobe enthält gefährliche Legionella-Bakterien. Eine britische Touristin kämpfte bereits im Krankenhaus um ihr Leben.

Eine aktuelle Untersuchung des Fachportals KretaTipp.de zeigt beunruhigende Ergebnisse: Fast die Hälfte aller analysierten Wasserproben auf der griechischen Ferieninsel Kreta weist Legionella-Bakterien auf. Die Studie dokumentiert einen deutlichen Anstieg dieser Erreger, besonders in den Wassersystemen von Hotelanlagen und öffentlichen Einrichtungen.

Besonders problematisch für Urlauber ist die Tatsache, dass laut KretaTipp.de hauptsächlich Proben aus touristischen Unterkünften und öffentlichen Gebäuden untersucht wurden. Das Gesundheitsportal des Bundes weist darauf hin, dass die durch diese Bakterien ausgelöste Legionärskrankheit nicht nur grippeähnliche Symptome, sondern auch schwerwiegende Lungenentzündungen verursachen kann. Das Erkrankungsrisiko steigt dabei besonders bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Erkrankungen oder höherem Alter.

Laut Fachexperten ist der aktuelle Anteil positiver Befunde von rund 50 Prozent außergewöhnlich hoch und übertrifft die Werte, die in den letzten Jahren auf der Insel oder an anderen Mittelmeerzielen gemessen wurden. Die Behörden führen dies unter anderem auf die starke Belastung der Wassersysteme durch den anhaltenden Tourismusboom und die damit verbundene Infrastrukturbelastung zurück.

Dramatischer Krankheitsfall

Die möglichen Folgen einer Infektion verdeutlicht der Fall der 57-jährigen Britin Donna Jobling. Wie die britische Zeitung The Sun berichtet, reiste sie Anfang Juni mit ihrem Mann und einem befreundeten Paar nach Kreta. Kurz nach ihrer Ankunft entwickelte sie eine Atemwegsinfektion, die sich so drastisch verschlechterte, dass sie am 11. Juni ins Venizeleio-Krankenhaus in Heraklion eingeliefert werden musste.

Die Ärzte versetzten die Patientin, die bereits unter komplexen Vorerkrankungen litt, in ein künstliches Koma. Untersuchungen bestätigten eine Infektion mit der Legionärskrankheit, die bei ihr zu akutem Atemversagen und einer Lungenentzündung führte.

Der Fall Jobling veranlasste das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten, eine Notfallwarnung für Kreta herauszugeben. Hotels auf der Insel wurden aufgefordert, ihre Wassersysteme besonders gründlich zu behandeln, da diese häufig die Infektionsquelle für die Legionärskrankheit darstellen.

Vorsichtsmaßnahmen empfohlen

Für deutsche Urlauber existiert derzeit keine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. KretaTipp.de weist jedoch darauf hin, dass bei einer Verschärfung der Situation europäische Gesundheitsbehörden möglicherweise noch entsprechende Warnungen aussprechen könnten. Die sommerlichen Temperaturen begünstigen die Vermehrung der Legionellen zusätzlich.

Die griechischen Gesundheitsbehörden und Hoteliers haben als Reaktion auf den Anstieg der Legionellen-Fälle kurzfristig zusätzliche Wasserproben entnommen, Notfallmaßnahmen eingeleitet und verstärkte Schulungen für das Personal in touristischen Einrichtungen angekündigt. Ziel ist es, die Wasserhygiene zu verbessern und das Infektionsrisiko für Urlauber zu senken.

Das Gesundheitsportal des Bundes erklärt, dass sich die Bakterien besonders in Wasseranlagen vermehren, in denen das Wasser längere Zeit stagniert und Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad herrschen. Als potenzielle Infektionsquellen werden Wasserhähne, Duschen, Whirlpools, Luftbefeuchter und Kühlanlagen genannt.

Wer in naher Zukunft eine Reise nach Kreta plant, sollte die aktuelle Situation im Blick behalten und auf spezifische Symptome achten. Laut Bundesgesundheitsportal können fünf Stunden bis drei Tage nach einer Ansteckung erste Anzeichen wie trockener Husten, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Entwickeln sich innerhalb von zwei bis zehn Tagen nach der Infektion zusätzlich hohes Fieber mit Schüttelfrost, starkes Krankheitsgefühl, Atemnot sowie Husten mit Auswurf, könnte dies auf eine Lungenentzündung hindeuten, die in der Regel mit Antibiotika behandelt werden muss.

Kreta zählt eigentlich zu den beliebtesten Ferienzielen für die Sommermonate.

Die aktuellen Entwicklungen könnten jedoch bei manchem Urlauber die Vorfreude auf die geplante Reise trüben.

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KO KOSMO-Redaktion
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