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RIMESSEN

Balkan-Minister: „Geld aus der Diaspora macht die Menschen faul“

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(FOTO: iStockphoto, zVg.)

Zehntausende Mitglieder der Balkan-Diaspora fahren jährlich in ihre Herkunftsländer, um dort zumindest einen Teil ihres Sommerurlaubs zu verbringen. Ein Minister sieht darin ein großes Problem für sein Land.

„In den Koffern der Schatzis – so werden die Verwandten in der Schweiz oft genannt – wird nicht nur Käse und Schokolade für die Familie sein. Sondern auch sehr viel Geld. Umgerechnet über zwei Milliarden Franken fließen jedes Jahr von Ausland-Kosovaren ins Land, je hälftig per Banküberweisung und per physischem Transport“, so der kosovarische Wirtschaftsminister Valdrin Lluka im Interview für die „Neue Zürcher Zeitung“.

Geld fließt an falsche Orte
Die Gelder aus dem Ausland würden laut Lluka mehr als ein Viertel der gesamten Wertschöpfung im Kosovo ausmachen. Dies ist, seiner Meinung nach, keine besonders gute Nachricht, da die „Rimessen (Geldüberweisungen von Migranten in ihre Herkunftsländer – Amn.d.Red.) Leute faul machen“ würde.

Der Minister ist überzeugt, dass jemand, weniger Anreiz haben würde, arbeiten zu gehen, insofern dieser gleich viel wie ein Nachbar, der einer regulären Arbeit nachgeht, von Verwandten aus dem Ausland erhalte.

Ebenso würde das Geld aus der Diaspora anstatt für Investitionen für Konsum ausgegeben. Dies ist laut Llak der falsche Weg, da mit den Rimessen in den meisten Fällen keine kosovarischen, sondern importierte Produkte unterstützt werden.

„Restaurants und Klubs immer voll“
„Hätten wir mehr lokal hergestellte Güter, könnten diese Gelder die Wirtschaft stark ankurbeln“, so der Minister weiter. Stattdessen profitiere im Moment nur die kosovarische Baubranche, da viele aus der Diaspora Eigenheime im Heimatland bauen lassen.

Andererseits hätten die Gelder jedoch auch eine positive Wirkung auf das Land: „Bei uns sind die Restaurants, Bars und Klubs stets voll“, resümiert Llaka.

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