Balkanmafia-Mord in Wien: „Lockvogel“ verurteilt

DROGENGESCHÄFTE

Balkanmafia-Mord in Wien: „Lockvogel“ verurteilt

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(FOTOS: YouTube-Screenshot/Oe24.TV, iStockphoto)

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Kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres kam es zu einem brutalen Mafia-Mord inmitten der Wiener Innenstadt. Zwei rivalisierte Clans vom Balkan waren darin verwickelt. Nun wurde der sogenannte „Dritte Mann“ verurteilt.

Bei der geplanten Hinrichtung vor einem traditionellen Gastronomiebetrieb in der Wiener City (KOSMO berichtete) kam der 32-jährige Vladimir R. ums Leben, während sein Begleiter Stefan V. (23) schwer verletzt wurde.

Grund für die blutige Auseinandersetzung inmitten des Wiener Stadtzentrums sollen Drogengeschäfte sein. Kurz nach dem Mord veröffentlichte der Clan-Boss der Opfer sogar einen Partezettel inklusive einer verschlüsselten Drohbotschaft in serbischen Medien (KOSMO berichtete)

„Lockvogel“ verurteilt
Der 29-jährige Serbe, der nun wegen schwerer Körperverletzung im Gefängnis vor Gericht stand, soll am 15. Jänner einen Mithäftling brutal zusammenschlagen haben. Sein Opfer trug eine gebrochene Nase, mehrere weitere Knochenbrüche und Platzwunden davon.

Bezüglich des Balkanmafia-Mordes in Wien wurde der serbische Staatsbürger verdächtigt, als „Lockvogel“ fungiert zu haben. Dies konnte die Staatsanwaltschaft jedoch nicht bestätigen, weshalb ihm lediglich falsche Beweisaussage und der Gebrauch fremder Ausweise vorgeworfen werden konnte. Er wurde schuldig gesprochen und erhielt 24 Monate Gefängnis, davon acht Monate unbedingt.

Vor Gericht gab er zu, mit dem 23-jährigen Stefan V., der im Dezember schwer verletzt wurde, befreundet gewesen zu sein. Bis dato stritt er bei Einvernahmen jegliche Verbindung zu den beiden Opfern der Balkanmafia-Auseinandersetzung ab. Der 29-Jährige tauchte in Österreich unter, da er einer dreijährigen Freiheitsstrafe wegen Drogenhandels in Serbien entgehen wollte. Indes wird gegen ihn auch wegen Mitgliedschaft einer kriminellen Vereinigung ermittelt.

Serbien verlangt Auslieferung
Die serbische Strafverfolgungsbehörde stellte ein Auslieferungsersuchen an Österreich, da der 29-Jährige europaweit wegen Suchtgifthandels gesucht wird. Über diesen Antrag wird erst nach der rechtskräftigen Erledigung der Verhandlung von Dienstag entschieden. Seine Anwältin legte Beschwerde gegen die Auslieferung ein.

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