Serbiens Basketball-Fans atmen auf: NBA-Superstar Nikola Jokic steht auf der erweiterten EM-Kader-Liste. Mit ihm verwandelt sich das Team vom Medaillenkandidaten zum Goldfavoriten.
Nikola Jokic steht auf der erweiterten Liste von Trainer Svetislav Pesic für die kommende Basketball-Europameisterschaft. Diese Nachricht sorgt in den Fankreisen Serbiens für Euphorie, wenngleich die Nennung auf der erweiterten Liste noch keine Garantie für einen Platz im endgültigen Aufgebot bedeutet.
Die serbischen „Adler“ starten ihre EM-Vorbereitung mit dem Kader, der bei den Olympischen Spielen in Paris Bronze holte. Von den zwölf Olympioniken fehlt auf der erweiterten Liste lediglich Uros Plavsic, Center von Roter Stern. Zudem erhielten einige Nachwuchsspieler eine Chance, die bei großen Turnieren debütieren könnten – darunter Uros Trifunovic, Nikola Topic, Tristan Vukcevic, Balsa Koprivica und Alen Smailagic.
Die Vorbereitung beginnt am 28. Juli in Stara Pazova nahe Belgrad. In der ersten Phase stehen laut Serbischem Basketballverband (KSS) zwei Testspiele gegen Bosnien-Herzegowina und Polen am 5. und 6. August in der Belgrad Arena auf dem Programm. Anschließend nimmt das Team an einem Vorbereitungsturnier auf Zypern teil (9. und 10. August), wo man auf die Gastgeber sowie Griechenland und Israel trifft. In München folgen am 15. und 16. August zwei weitere Testspiele bei einem Turnier mit Deutschland, der Türkei und Tschechien.
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Die Europameisterschaft wird vom 27. August bis 14. September in Lettland, Finnland, Polen und Zypern ausgetragen. Serbien spielt in Gruppe A und trägt seine Partien in der lettischen Hauptstadt Riga aus, wo auch die gesamte K.o.-Phase stattfindet. In der Gruppenphase trifft das Team auf Gastgeber Lettland, Portugal, Estland, die Türkei und Tschechien.
Rückkehrer und Talente
Obwohl Serbien nahezu in Bestbesetzung nach Paris reiste, fehlten dort zwei junge Talente. Diesmal hat Pesic mehr Glück, da keiner der Kandidaten für die Reise nach Riga größere Verletzungsprobleme hat. Nikola Jovic, Forward von Miami Heat, der beim Gewinn der Silbermedaille in Manila eine wichtige Rolle spielte, war zwar mit dem Team bei den Olympischen Spielen, kam aber wegen einer Knöchelverletzung kaum zum Einsatz. Nikola Topic, talentierter Spielmacher von Oklahoma, verpasste aufgrund einer schweren Knieverletzung sowohl die Olympischen Spiele als auch die gesamte NBA-Saison. Nach seinem Einsatz in der Summer League stößt er nun fit zur Nationalmannschaft.
Stefan Jovic, erfahrener Spielmacher des spanischen Clubs Valencia, kehrt nach einjähriger Pause ins Nationalteam zurück. Sein letzter Einsatz datiert von der Weltmeisterschaft 2023 in Manila, wo Serbien Silber gewann. Bei den Olympischen Spielen in Paris fehlte der ehemalige Spielmacher von Roter Stern „aus familiären Gründen“, während er auf den Philippinen als Rückkehrer ins Nationalteam zu den Schlüsselspielern beim Silbergewinn zählte.
Obwohl erwartet wird, dass fast alle Olympia-Teilnehmer auch im endgültigen EM-Kader stehen werden, erhielten einige potenzielle Debütanten beim ersten Zusammenkommen eine Chance. Alen Smailagic, ehemaliger Power Forward von Partizan und Neuzugang von Virtus Bologna, verpasste die WM in Manila krankheitsbedingt und erhielt keine Einladung für Paris. Ein weiterer Ex-Partizan-Akteur, Tristan Vukcevic, darf nach einer soliden Saison bei den Washington Wizards und Gerüchten über einen möglichen Wechsel zu Griechenland um einen Platz im EM-Kader kämpfen. Auch Balsa Koprivica und Uros Trifunovic, die von Partizan zu türkischen Vereinen gewechselt sind, hoffen auf einen Platz in Pesics endgültigem Aufgebot.
Nur vier Spieler aus dem olympischen Team Serbiens sind bei ihren Vereinen geblieben: Nikola Jokic, Nikola Jovic, Dejan Davidovac und Nikola Milutinov. Vasilije Micic kehrt als bestbezahlter Basketballer Europas in die Euroleague zurück, nachdem ihn Hapoel Tel Aviv aus der NBA nach Israel holte. Marko Guduric wechselte nach dem Gewinn der Euroleague mit Fenerbahçe zu Olimpia Mailand, während Ognjen Dobric kurz vor Olympia zu Roter Stern zurückkehrte. Aleksa Avramovic kam als Partizan-Guard nach Paris, wechselte nach dem Turnier zu ZSKA Moskau und spielt heute für Dubai, einen Euroleague-Neuling.
Kapitän Bogdan Bogdanovic blieb zwar in der NBA, wechselte aber nach fast fünf Spielzeiten in Atlanta Anfang 2025 zu den Los Angeles Clippers. Filip Petrusev trug vor Olympia das Trikot von Olympiakos Athen, verbrachte jedoch den Großteil der Saison nach Paris als Leihspieler bei Roter Stern und unterschrieb im Juli bei Dubai. Vanja Marinkovic, Kapitän von Partizan, spielte vor dem olympischen Turnier für das spanische Team Baskonia.