Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Verstärkung

Bewaffnete Jugendgangs in Wien: Beamte aus ganz Österreich im Einsatz

Bewaffnete Jugendgangs in Wien: Beamte aus ganz Österreich im Einsatz
Symbolbild (FOTO: iStockphoto)
2 Min. Lesezeit |

Verstärkung aus mehreren Bundesländern, bewaffnete Jugendgruppen, Parkanlagen im Visier – Wien rüstet auf.

Seit August sind täglich 24 Beamtinnen und Beamte aus Niederösterreich, Oberösterreich, dem Burgenland und der Steiermark tageweise in Wien im Einsatz. Ab September soll auch Verstärkung aus Salzburg und Kärnten folgen. Hintergrund ist die Bekämpfung von Jugendkriminalität. Als Grund für die Einsätze nennt die Bundespolizeidirektion das „geballte Auftreten von migrantischen Jugendgruppierungen“.

Laut der Polizeistatistik für das Jahr 2024 wurden in Wien 14.804 Tatverdächtige unter 18 Jahren ausgeforscht, was gegenüber 2023 einem Anstieg von rund 33 Prozent entspricht. In der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen stieg die Zahl der tatverdächtigen Kinder in Wien von 3.186 im Jahr 2023 auf 5.066 im Jahr 2024 deutlich an.

Laut einer Aussendung des Innenministeriums finden die Schwerpunktaktionen in den Nachtstunden und stadtübergreifend statt – begründet damit, dass sich im Sommer und während der Schulferien mehr Menschen zu späteren Stunden im öffentlichen Raum aufhalten. Bundesländerübergreifende Zuteilungen seien dabei kein Novum, so das Ministerium, sondern ein laufend praktiziertes Instrument – und das nicht nur in der Bundeshauptstadt.

Verstärkung aus Bundesländern

Zu den ursprünglich 24 Beamten kommen weitere sechs Einsatzkräfte aus der Steiermark hinzu. Darüber hinaus entsendet die Bundespolizeidirektion zwölf Beamtinnen und Beamte aus Salzburg sowie sechs Exekutivbedienstete aus Kärnten nach Wien. Untergebracht wird die Verstärkungstruppe laut der entsprechenden Zuteilungsverfügung in einem Hotel in Wien-Mariahilf.

Der inhaltliche Schwerpunkt der Einsätze richtet sich laut einer der APA vorliegenden Anordnung an die Landespolizeidirektionen auf Parkanlagen in Wien-Favoriten – konkret gegen „migrantische Jugendgruppierungen mit teilweiser Bewaffnung mit Klappmessern, persönlichen Rivalitäten und Revierkämpfen sowie gesteigerter Gewalt, Raub bzw. Eigentums- und Suchtmittelkriminalität“.

Freiwillige Meldungen

Wie das Innenministerium mitteilt, haben sich zahlreiche Polizistinnen und Polizisten aus dem gesamten Bundesgebiet freiwillig für den temporären Dienst in Wien gemeldet. Mit Beginn des Septembers soll sich das bisherige Modell tagesweiser Zuteilungen auf Einsatzzeiträume von bis zu drei Monaten ausdehnen – eine Umstellung, die laut Ministerium „sinnvoller und ökonomischer“ sei.

Man gehe davon aus, dass der Bedarf auch künftig durch freiwillige Kolleginnen und Kollegen gedeckt werden könne. Alle Zuteilungen erfolgen zur Bereitschaftseinheit Wien, von der aus die stadtweiten Schwerpunkteinsätze koordiniert werden.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen