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Personalmangel

Jugendkriminalität wächst: Bundesländer entsenden Polizisten nach Wien

Jugendkriminalität wächst: Bundesländer entsenden Polizisten nach Wien
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Polizisten aus vier Bundesländern rücken nach Wien aus – und die Personalvertreter haben dazu eine klare Botschaft.

Seit Montag sind täglich 24 Beamtinnen und Beamte aus Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und dem Burgenland in Wien im Einsatz, um die dortige Polizei zu unterstützen. Hintergrund der Maßnahme ist die gestiegene Jugendkriminalität in der Bundeshauptstadt. Ein Sprecher betonte, dass solche Entsendungen kein Einzelfall seien: „Eine tageweise Entsendung von Kräften nach Wien ist kein Novum, sondern wird regelmäßig praktiziert.“

Das Innenministerium sieht in diesem Vorgehen ein „gutes Beispiel für effiziente Ressourcennutzung“. Laut einem Sprecher werde bei der Auswahl der entsendeten Kräfte nach Möglichkeit auf Freiwilligkeit gesetzt, da viele Beamtinnen und Beamte die Abordnung als willkommene Abwechslung zum regulären Dienst auf ihrer Heimatdienststelle betrachteten. Warum für die Schwerpunktaktionen gegen Jugendkriminalität allerdings Verstärkung aus den Bundesländern notwendig ist, blieb offen.

Kritik der Personalvertreter

Wenig Begeisterung löste die Maßnahme bei Personalvertretern aus – sowohl in den Bundesländern als auch in Wien selbst. „Uns wird gesagt, dass so viele Polizistinnen und Polizisten wie noch nie da sind und dann müssen wir zuteilen“, kritisierte Manfred Hofbauer, Personalvertreter aus Oberösterreich.

Auch Walter Strallhofer äußerte sich zwiespältig: „Gleichzeitig ist sie aber auch ein deutliches Eingeständnis, dass die Wiener Polizei personell an ihre Grenzen stößt. Wer Verstärkung braucht, hat kein Personalproblem gelöst.“ Die steigende Kriminalität lasse der Polizei immer weniger Raum für Präventionsarbeit, so Strallhofer weiter: „Das Dienstzeitmanagement wird diesen Trend weiter verstärken.“

Einsätze in Vorarlberg

Parallel dazu werden Beamtinnen und Beamte auch nach Vorarlberg abgestellt, wo unter anderem Kräfte aus Oberösterreich zum Einsatz kommen. Darüber hinaus wurde die Landespolizeidirektion Steiermark angewiesen, Exekutivbedienstete für eine Zuteilung zu den Schnellen Reaktionskräften in Vorarlberg bereitzustellen – „aufgrund der nach wie vor bestehenden, prekären Personalsituation auf den Polizeiinspektionen“, wie es in einem entsprechenden Schreiben heißt.

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KO KOSMO-Redaktion
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