Bill Gates hat eingestanden, während seiner Ehe mit Melinda French Gates zwei außereheliche Verhältnisse gehabt zu haben – beide mit russischen Frauen. Der Microsoft-Mitgründer und Milliardär, der stets jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bestritten hatte, räumte die Affären nun intern gegenüber Mitarbeitern seiner Stiftung ein. Melinda French Gates hatte 2021 die Scheidung eingereicht und damit eine 27-jährige Ehe beendet.
„Ich hatte Affären – eine mit einer russischen Bridgespielerin, die mich bei Bridge-Veranstaltungen kennenlernte, und eine mit einer russischen Nuklearphysikerin, die ich über geschäftliche Kontakte traf“, erklärte Gates vor seinen Mitarbeitern. Bei der Bridgespielerin handelt es sich um Mila Antonova, die Gates 2010 bei einem gemeinsamen Turnier kennenlernte. Epstein hatte Antonova kennengelernt, als er nach Geldgebern für eine Bridge-Akademie suchte, und finanzierte ihr später die Teilnahme an einer Softwareentwicklungsschule.
Epsteins Drohungen
In einer E-Mail vom 4. Juli 2013 an Boris Nikolic, Gates‘ damaligen leitenden Berater für Wissenschaft und Technologie, nannte Epstein die Namen beider Frauen und drohte mit öffentlichen Konsequenzen. Die Frauen riskierten, „über Nacht zur Sensation zu werden“, schrieb der Pädophile. Und weiter: „Bill riskiert, vom reichsten Mann zum größten Heuchler zu werden, Melinda zur Lachnummer – die Zusagen werden als Folge davon verschwinden.“
Wenige Wochen später verfasste Epstein eine sogenannte „Rücktritts“-E-Mail, die er offenbar im Namen von Nikolic an sich selbst schickte. Darin wurde behauptet, Nikolic habe Gates dabei geholfen, Medikamente zu beschaffen, „um mit den Folgen des Geschlechtsverkehrs mit russischen Frauen umzugehen“. Nikolic wies dies entschieden zurück: Die E-Mails seien weder in seinem Auftrag noch auf seine Bitte hin verfasst worden.
Gates‘ Eingeständnis
Neben den Affären entschuldigte sich Gates in aller Form für seine langjährigen Verbindungen zu Epstein. Gegenüber Stiftungsmitarbeitern räumte der 70-Jährige ein, mit dem in Ungnade gefallenen Finanzier in einem Privatjet gereist zu sein und Zeit mit ihm sowohl in den USA als auch im Ausland verbracht zu haben – ohne jedoch an Straftaten beteiligt gewesen zu sein. „Ich habe nichts Illegales getan. Ich habe nichts Illegales gesehen“, sagte Gates bei dem internen Treffen.
Gates hatte Epstein erstmals 2011 kennengelernt – zu einem Zeitpunkt, als dieser bereits wegen der Beschaffung eines Kindes zur Prostitution in Florida verurteilt worden war. Der Kontakt wurde trotz offenkundiger Bedenken seiner damaligen Frau aufrechterhalten. „Um ihr Recht zu geben: Sie war der Epstein-Sache gegenüber immer irgendwie skeptisch“, sagte er.
Beim internen Treffen gab Gates zu, Epstein in New York, Deutschland, Frankreich und Washington getroffen zu haben – dessen Privatinsel habe er jedoch nie besucht. Er gestand zudem ein, dass seine Verbindungen zu Epstein auch Mitarbeiter der Gates Foundation in Mitleidenschaft gezogen hätten. „Ich entschuldige mich bei den Menschen, die aufgrund meines Fehlers in diese Sache hineingezogen wurden“, sagte er.
Gegenüber dem Wall Street Journal hatte Gates bereits 2025 erklärt, der Kontakt zu Epstein sei „schlicht ein riesiger Fehler“ gewesen: „Ich dachte, es würde mir bei der globalen Gesundheitsphilanthropie helfen. Tatsächlich hat es das nicht.“
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