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Eskalation

Blutiger Protest: 16 Polizisten bei Belgrad-Krawallen verletzt

Blutiger Protest: 16 Polizisten bei Belgrad-Krawallen verletzt
FOTO: Instagram/@studenti_u_blokadi
4 Min. Lesezeit |

Brennende Parteigebäude, verletzte Polizisten und ein Präsident, der zur Besonnenheit aufruft – Serbien erlebt eine gefährliche Eskalation der Proteste.

Die landesweiten Demonstrationen in Serbien sind am Wochenende an mehreren Orten in schwere Ausschreitungen umgeschlagen. Besonders in Novi Sad und Belgrad eskalierten die Proteste zu gewalttätigen Konfrontationen zwischen Demonstranten, Polizeikräften und Anhängern der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS).

In Novi Sad kam es zu den heftigsten Zusammenstößen, als Demonstranten versuchten, zu den Parteiräumlichkeiten der SNS am Boulevard der Befreiung vorzudringen. Mit Steinen, Stöcken und Metallstangen bewaffnet, griffen sie das Gebäude an. Im Verlauf der Nacht wurden die Parteiräume in Brand gesetzt und mehrere Fahrzeuge vollständig zerstört. Die Polizei musste eingreifen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

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Augenzeugenberichten zufolge wurde zuvor aus den SNS-Räumlichkeiten Pyrotechnik in Richtung der Demonstranten abgefeuert. Präsident Aleksandar Vučić erklärte, dass in den Parteiräumen in Novi Sad 64 Personen sowie fünf Angehörige der Spezialeinheit Kobra (serbische Polizei-Spezialeinheit) verletzt wurden. Unabhängige internationale Medien bestätigen die Verletzungszahlen, wonach insgesamt über 120 SNS-Anhänger Verletzungen erlitten. „Nur dank der Besonnenheit und Geduld zahlreicher Bürger konnten wir wie durch ein Wunder bislang den Frieden wahren“, sagte Vučić.

Der Präsident schilderte die dramatische Lage: „Die Rettungskräfte konnten in letzter Minute zu den Verletzten durchgelassen werden. Die Menschen in Novi Sad wurden brutal mit Stöcken, Böllern und Steinen angegriffen und sind schwer verletzt, obwohl sie niemanden belästigt haben – sie befanden sich lediglich in ihren Parteiräumen.“

Vučićs Reaktion

Trotz der angespannten Lage versicherte Vučić, dass es nicht zu einem Bürgerkrieg kommen werde. Er lobte das Vorgehen der Polizei, die trotz massiver Angriffe Zurückhaltung geübt habe. Die Verletzungszahlen der Polizei werden durch unabhängige Quellen bestätigt: mindestens 16 Polizisten wurden verletzt, davon zwei schwerer – einer mit vollständig gebrochenem Kiefer, ein anderer mit schweren Verletzungen im Brustbereich.

Die Gewalt manifestierte sich in Form von Stein- und Flaschenwürfen sowie Pyrotechnik-Einsatz zwischen rivalisierenden Gruppen, bevor die Polizei mit Schlagstöcken eingriff, um die Lage zu beruhigen. Vučić betonte, dass die Demonstranten in der Minderheit seien: „In Subotica waren es 90 Protestierende, während 1.080 Menschen ihre Räumlichkeiten verteidigten. In Šid standen 60 Demonstranten über 500 Verteidigern gegenüber. Ähnliche Verhältnisse gab es in Ruma, Mitrovica und Leskovac. Es ist unglaublich, dass jemand dachte, er könnte durch Brutalität den Staat stürzen.“

Auch in Belgrad kam es zu Auseinandersetzungen, als die Polizei Demonstranten in der König-Milan-Straße zurückdrängte und verhinderte, dass sie sich dem Pionierpark näherten. Dabei wurden Schlagstöcke eingesetzt und mehrere Personen festgenommen, darunter nach Angaben der Streikenden auch Studierende.

Behördliche Maßnahmen

Innenminister Ivica Dačić wies Gerüchte zurück, wonach SNS-Anhänger Schusswaffen eingesetzt hätten. Er erklärte, dass auf einem in sozialen Netzwerken kursierenden Video lediglich zu sehen sei, wie der Feldwebel der serbischen Armee, Vladimir Brkušanin, seine Dienstwaffe vorschriftsmäßig trug, ohne sie zu ziehen. „Was heute Abend geschah, waren mehrfache Mordversuche“, sagte Dačić und fügte hinzu: „Wir haben nicht einmal daran gedacht, das Militär einzusetzen, und es besteht keine Notwendigkeit dafür.“

Die Oberste Staatsanwaltschaft in Belgrad hat inzwischen die Polizei angewiesen, alle Personen zu identifizieren, die Polizeibeamte angegriffen haben. Diese würden wegen „gewalttätigen Verhaltens bei einer öffentlichen Versammlung“ strafrechtlich verfolgt.

Parlamentspräsidentin Ana Brnabić verurteilte die Ausschreitungen scharf: „Es ist nicht und darf niemals normal sein, Andersdenkende physisch zu bedrohen, Familien zu terrorisieren, Parteiräumlichkeiten anzugreifen und den Tod politischer Gegner zu wünschen. Das ist Faschismus in seiner ursprünglichen Form.“

Auch die Präsidentin der Provinzregierung, Maja Gojković, bewertete die Angriffe auf SNS-Räumlichkeiten in mehreren Städten als Versuch, „Konflikte unter Mitbürgern zu provozieren“.

Neben Novi Sad und Belgrad fanden Proteste auch in zahlreichen anderen Städten statt, darunter Niš, Smederevo, Kraljevo, Čačak, Gornji Milanovac, Subotica, Sombor, Zrenjanin, Valjevo, Kragujevac, Aranđelovac und Šabac.

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KO KOSMO-Redaktion
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