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Tragödie

Tod aus der Luft: Hilfsgüter-Kiste erschlägt 14-Jährigen in Gaza

Tod aus der Luft: Hilfsgüter-Kiste erschlägt 14-Jährigen in Gaza
(FOTO: EPA/MOHAMMED SABER)
3 Min. Lesezeit |

Tödlicher Zwischenfall im Gazastreifen: Ein 14-Jähriger wurde von einer abgeworfenen Hilfsgüterkiste erschlagen. Die humanitäre Versorgung bleibt ein lebensgefährliches Unterfangen.

Im Gazastreifen hat sich erneut eine Tragödie ereignet: Nach Angaben palästinensischer Behörden wurde ein 14-jähriger Junge von einer aus der Luft abgeworfenen Hilfsgüterkiste erschlagen. Der tödliche Vorfall ereignete sich nahe des Flüchtlingsviertels Nuseirat. Das vom Hamas-kontrollierten Gesundheitsministerium gemeldete Unglück lässt sich allerdings nicht durch unabhängige Quellen verifizieren.

Eine unabhängige Bestätigung des tödlichen Vorfalls durch eine abgeworfene Hilfsgüterkiste liegt bislang nicht vor – die Berichte stützen sich ausschließlich auf Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums. Internationale Organisationen wie UNICEF und die Vereinten Nationen bestätigen jedoch, dass die humanitäre Versorgung im Gazastreifen weiterhin mit erheblichen Gefahren verbunden ist und insbesondere Kinder durch die anhaltende Blockade einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.

Dies war nicht der erste Zwischenfall dieser Art. Bereits am vergangenen Freitag soll eine abgeworfene Hilfsgüterkiste einen Balkon zum Einsturz gebracht haben. Bei diesem Vorfall wurden Berichten zufolge sechs Personen verletzt, darunter mehrere Kinder.

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Blockade und Druck

Die israelische Regierung hatte im März eine nahezu vollständige Blockade für Hilfslieferungen in das Kriegsgebiet verhängt. Diese Maßnahme sollte den Druck auf die Hamas erhöhen, die noch immer 50 Geiseln festhält. Ab Mai wurden dann wieder begrenzte Hilfslieferungen zugelassen. Nach wachsendem internationalen Druck hat Israel seit Ende Juli nicht nur Luftabwürfe genehmigt, sondern erlaubt täglich etwa 200 Lastwagen von UN- und anderen Hilfsorganisationen die Einfahrt in das abgeriegelte Gebiet.

Die Praxis der Luftabwürfe steht in der Kritik – Experten bemängeln sowohl die geringe Effizienz als auch die erheblichen Sicherheitsrisiken dieser Methode. Internationale Hilfsorganisationen und die UN warnen, dass trotz der seit Ende Juli wieder zugelassenen Hilfslieferungen ein Großteil der Hilfsgüter die Bedürftigsten nicht erreicht. Nach 22 Monaten Krieg werden viele Lieferungen bereits unterwegs geplündert – entweder von hungernden Zivilisten oder, wie deutsche Sicherheitskreise berichten, von der Hamas selbst oder anderen kriminellen Gruppierungen.

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Gefährliche Verteilung

Die umstrittene Gaza Humanitarian Foundation, die sowohl von Israel als auch den USA unterstützt wird, begann Ende Mai mit der Verteilung von Hilfsgütern. In der Umgebung der vier GHF-Zentren im Gazastreifen kam es jedoch wiederholt zu tödlichen Vorfällen. Laut der Hamas-kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden bislang etwa 1500 Menschen getötet, während sie versuchten, Hilfsgüter zu erhalten. Die Hilfesuchenden müssen oft durch gefährliche Kriegsgebiete, um zu den Verteilungspunkten zu gelangen.

Die Effizienz und Sicherheit der Luftabwürfe werden von Experten und Hilfsorganisationen weiterhin kritisch bewertet, da Lieferungen häufig bereits vor der Verteilung von Zivilisten oder bewaffneten Gruppen geplündert werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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