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Preisschock

Bosnien im Preishorror: Einkaufen wird zum Luxus!

Bosnien im Preishorror: Einkaufen wird zum Luxus!
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Während weltweit die Lebensmittelpreise leicht sinken, bleibt die Lage in Bosnien angespannt. Verbraucher zahlen für Spinat inzwischen so viel wie für Fleisch.

Trotz globaler Preissenkungen bei Lebensmitteln spüren bosnische Verbraucher keine Entlastung im Geldbeutel. Während die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN) in ihrem jüngsten Bericht einen leichten Rückgang der weltweiten Lebensmittelpreise um 0,6 Prozent verzeichnet, zeichnen Verbraucherschützer vor Ort ein gänzlich anderes Bild.

„Von nennenswerten Preissenkungen ist bei uns nichts zu bemerken. Die Preise steigen zwar momentan nicht weiter, aber die Beschwerden der Verbraucher rühren hauptsächlich von der verbreiteten Armut her“, erklärt Ferida Kulović, Vorsitzende des Verbraucherschutzverbandes „Potrošač“ in Kakanj. Sie betont, dass besonders die Preise für Grundnahrungsmittel sinken sollten. Stattdessen beobachtet sie, dass nach Verteuerungen bei Energieträgern wie Gas die Preise regelmäßig „außer Kontrolle geraten“. Bei auffälligen Preisanstiegen schaltet ihr Verband die föderale Inspektion ein.

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Dramatische Preissteigerungen

Die Preisrealität in den Geschäften spricht eine deutliche Sprache: Spinat kostet zwischen acht und zehn Mark – ein Preis, den Verbraucher mit dem für ein Kilogramm Fleisch vergleichen. Besonders bei Obst sind die Preissteigerungen markant. Trauben werden für 9 bis 12 Mark angeboten, auch Zitronen und Bananen sind teurer geworden. Dass selbst Spinat, der in Bosnien und Herzegowina heimisch angebaut wird, so teuer geworden ist, bereitet vielen Sorge.

Redžo Omerbašić, Vorsitzender des „Verbraucherclubs Odžak“ in der Posavina-Gespanschaft, sieht zumindest Anzeichen einer Stabilisierung. „Die Kaufkraft ist um einige Prozentpunkte gesunken, daher erwarten wir in der ersten Jahreshälfte eine leichte Preisstabilisierung“, erläutert er. Diese Entwicklung könnte jedoch nur von kurzer Dauer sein: „Mit der Auszahlung höherer Renten und Löhne werden die Lebensmittelpreise wieder anziehen, da sie den Preisen für Energie, Gas und Strom folgen.“

Vereinzelte Lichtblicke

Punktuell gibt es auch positive Entwicklungen. Durch Warenüberschüsse auf dem Markt sind die Preise für Hühnerfleisch gesunken, und auch Mehl bewegt sich preislich in „normalen Grenzen“. Besorgniserregend bleibt jedoch die Entwicklung bei anderen Produkten: „Die Bürger haben sich im November und Dezember besonders über die Preise von Backwaren und Fleisch beschwert. Rindfleisch, das früher zwischen 10 und 12 Mark kostete, liegt jetzt bei 30 Mark – das Dreifache im Vergleich zu vor zwei Jahren.“

Ein Grundproblem sieht Omerbašić in der Vernachlässigung des heimischen Agrarsektors. Ohne ausreichende lokale Produktion und Tiermast bleibe das Land auf teure Importe angewiesen – eine wirtschaftspolitische Sackgasse, wie er betont.

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KO KOSMO-Redaktion
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