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Kurpfuscherei

Botox-Razzia in Wien: Serbische Fake-Ärztin spritzte illegal Lippen

Botox-Razzia in Wien: Serbische Fake-Ärztin spritzte illegal Lippen
FOTO: iStock
2 Min. Lesezeit |

Illegale Beauty-Behandlungen in einer ehemaligen Hautarztpraxis: Die Wiener Polizei griff ein, als eine 21-Jährige gerade einer Kundin Substanzen in die Lippe spritzte.

Nach Bürgerhinweisen führten Polizei und die Magistratsdirektion Gruppe Sofortmaßnahmen der Stadt Wien am Donnerstagabend einen koordinierten Einsatz in der Simmeringer Hauptstraße durch. Die Behörden überprüften eine ehemalige dermatologische Praxis, in der offenbar ohne erforderliche Genehmigungen Schönheitsbehandlungen angeboten wurden. Die Einsatzkräfte ertappten eine 21-jährige Österreicherin auf frischer Tat, als sie gerade einer 19-jährigen Kundin eine Substanz in die Oberlippe injizierte.

Betroffene Patientinnen

Eine weitere Patientin, 23 Jahre alt, suchte die Einrichtung wegen Komplikationen nach einer misslungenen Behandlung auf. Sie gab an, die Probleme seien durch einen Eingriff einer 36-jährigen serbischen Mitarbeiterin verursacht worden. Beide Kundinnen verzichteten auf eine Untersuchung durch den Rettungsdienst und begaben sich selbständig in Krankenhausbehandlung.

Sichergestellte Beweise

Bei der Durchsuchung der Praxisräume und einer als Lager genutzten Nachbarwohnung stellten die Behörden umfangreiches Beweismaterial sicher: zahlreiche Medikamente, Injektionsmaterial sowie hunderte ausgefüllte Einwilligungserklärungen und Anamnesebögen. Unter den mutmaßlich getäuschten Kunden befanden sich auch Minderjährige.

Gegen die 21-jährige und die 36-jährige Mitarbeiterin wurden Anzeigen wegen Verdachts der Kurpfuscherei erstattet. Die 36-Jährige muss sich zusätzlich wegen des Verdachts der Körperverletzung verantworten.

Erhebliche Gesundheitsrisiken

Medizinische Fachleute warnen vor den erheblichen Risiken solcher illegalen Eingriffe. In Österreich dürfen Unterspritzungen mit medizinischen Substanzen ausschließlich von qualifizierten Ärzten mit gültiger Berufszulassung durchgeführt werden. Bei unsachgemäß ausgeführten Behandlungen drohen schwerwiegende Komplikationen wie Infektionen, allergische Reaktionen oder dauerhafte Gewebeschäden. Besonders gefährlich sind diese Eingriffe, wenn unter nicht-sterilen Bedingungen oder mit unkontrollierten Substanzen gearbeitet wird.

Die große Menge der sichergestellten Unterlagen deutet darauf hin, dass möglicherweise Hunderte weitere Personen betroffen sein könnten. Die Behörden haben Ermittlungen eingeleitet, um alle potenziellen Opfer zu identifizieren.

Das Kriminalreferat des Stadtpolizeikommandos Simmering hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

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KO KOSMO-Redaktion
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