Start Gesundheit Britische Forscher entdeckten Auslöser für Kinder-Hepatitis
Lebertransplantationen

Britische Forscher entdeckten Auslöser für Kinder-Hepatitis

Symbolbild. iStock/spukkato
Symbolbild. iStock/spukkato

Im April gab es die ersten Meldungen über plötzliche Leberentzündungen bei Kindern in Schottland. Die Ursache war bislang ungeklärt. Aktuell gibt es schon 1010 bestätigte Fälle in über 35 Ländern. Einige Fälle mussten eine Lebertransplantationen über sich ergehen lassen. Einige wenige haben die Krankheit nicht überlebt.

Seit nun vier Monaten breitet sich ein Virus aus, der scheinbar nur die kleinsten von uns angreift. Neben Corona und Affenpocken müssen sich Eltern jetzt auch noch über mysteriöse Hepatitis-Fälle Gedanken machen. Kurz vor dem offiziellen Welt-Hepatitis-Tag macht die WHO noch stärker auf das Virus aufmerksam. Zum Thema Kinder-Hepatitis sind nun zwei Studien erschienen, die Erklärungsansätze versprechen.

Die WHO zählt momentan etwas über 1000 bekannte Fälle, die an der akuten Lebererzündung erkrankt sind, die von einem Hepatitis-Virus ausgehen sollen. Etwa 50 Prozent sind in Europa ansässig. Generell sind die Kinder unter fünf Jahren.

In England müssen etwa 190 Kinder in Krankenhäusern behandelt werden. Zwölf davon mussten sich einer Transplantation ihrer Leber unterziehen. Im Durchschnitt musste bei fünf Prozent der erkrankten Kinder die Leber transplantiert werden. 22 Kinder verstarben in Folge der Krankheit.

Verlauf ist problematisch

Die Krankheit an sich ist nicht wirklich das Problem. Eher die schwere der Symptome. Eine Leberentzündung verläuft bei Kindern eigentlich recht unkompliziert und klingt schnell wieder ab. In diesen Fällen ist die Schwere der Viruserkrankung allerdings sehr ungewöhnlich – zumal es auch so viele Kinder betrifft. Bauchschmerzen, Erbrechen und Fieber sind typische Anzeichen einer Leberentzündung.

Corona nicht relevant

Als erstes war das Corona-Virus im Verdacht, der Übeltäter zu sein. Doch Forscher sollen in Bezug darauf Entwarnung gegeben haben. Jetzt haben sie ein anderes Virus im Visier: das Adenovirus 41F. Auffällig häufig ist es bei in den Daten zur Blutuntersuchung der Betroffenen gefunden worden. Das genannte Virus konnte aber in Folge weiterer Untersuchungen als Grund der Erkrankung ausgeschlossen werden.
Jetzt konzentriert man sich auf ein Virus mit dem Namen AAV2: das Adeno-assoziierte Virus 2. Scheinbar sollen sich die AAV2 Viren mit den Hepatitiden-Viren verbunden haben und so die mysteriösen Leberentzündungen verursacht haben.