Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Sicherheitsrisiko

Bröckelnde Fassade, fehlendes Stockwerk – Hotel mitten im Geisterhaus

Bröckelnde Fassade, fehlendes Stockwerk – Hotel mitten im Geisterhaus
FOTO: Gruppe Sofortmaßnahmen
3 Min. Lesezeit |

Bröckelnde Fassade, fehlende Böden, ein Hotel mittendrin – ein Wiener Gebäude sorgt für einen Großeinsatz der Behörden.

In Wien-Favoriten hat eine Meldung über von einer Hausfassade abgefallene Teile, die ein geparktes Auto trafen, eine umfassende behördliche Kontrolle ausgelöst. Weil weitere Abstürze drohten, rückte die Gruppe Sofortmaßnahmen gemeinsam mit dem Bezirksamt Wien-Favoriten, der Wiener Feuerwehr, den Wiener Netzen sowie weiteren städtischen Dienststellen zu einer Inspektion des betroffenen Gebäudes aus.

Die Gruppe Sofortmaßnahmen der Stadt Wien ist organisatorisch im Geschäftsbereich des Magistratsdirektors angesiedelt und koordiniert stadtweit behördliche Kontrollen sowie die Durchsetzung von Sofortmaßnahmen bei gravierenden Missständen, etwa durch Sperren von Betrieben oder Gebäuden. Zu den Befugnissen gehört es, bei Gefahr in Verzug gemeinsam mit den zuständigen Bezirks- und Fachbehörden umgehend Maßnahmen wie die behördliche Schließung von Gebäuden, die Räumung von Objekten oder die Unterbrechung von Energieversorgungen zu veranlassen.

Gravierende Mängel

Dabei traten gravierende Sicherheitsdefizite zutage. Der Innenhof war weiträumig mit Sperrmüll, Bauschutt und allerlei Gegenständen zugestellt – die Ablagerungen türmten sich stellenweise bis auf vier Meter Höhe auf. Fluchtwege waren durch gelagerte Türstöcke und Baumaterialien in erheblichem Ausmaß blockiert.

Im ersten Obergeschoss fehlten großflächig Teile des Fußbodens, wodurch eine unmittelbare Absturzgefahr bestand. Im Dachgeschoss betrieb der Eigentümer ein Hotel, dessen Begehung angesichts der vorgefundenen Zustände und der hohen Brandlast mit erheblichem Risiko verbunden war.

Darüber hinaus stellte sich heraus, dass für das Gebäude kein aufrechter Stromvertrag vorlag. Die Wiener Netze unterbrachen daraufhin die Stromversorgung des gesamten Hauses. Der Gehsteig vor dem Gebäude wurde wegen der anhaltenden Gefahr durch herabfallende Fassadenteile unverzüglich gesperrt. Das Gebäude selbst wurde behördlich geschlossen und bleibt es, bis ein sicherer Zustand wiederhergestellt ist.

Illegale E-Zigaretten

Im Rahmen einer zeitgleich durchgeführten koordinierten Schwerpunktaktion wurden in Wien-Innere Stadt Handygeschäfte gemeinsam mit der Wiener Polizei und zuständigen Dienststellen der Stadt überprüft. In einem dieser Geschäfte stießen die Kontrolleure auf insgesamt 407 illegale E-Zigaretten. Auf Ersuchen der Gruppe Sofortmaßnahmen wurde das Zollamt Österreich beigezogen, die Produkte wurden sichergestellt und beschlagnahmt. Zusätzlich erging eine Anzeige nach dem Finanzstrafgesetz.

Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen, betont: „Ein Hotel in einem Gebäude zu betreiben, in dem neben zahlreichen Mängeln auch Teile des Fußbodens fehlen, bedeutet, die Sicherheit von Menschen bewusst zu gefährden. Ebenso ist der Verkauf hunderter illegaler E-Zigaretten ein bewusster Verstoß und eine Gefährdung der Konsumentinnen und Konsumenten. Beides zeigt, dass unsere gemeinsamen Kontrollen notwendig sind und weitere Kontrollen folgen müssen.“

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen