Die Stadt Stuttgart hat im Haushalt 30.000 Euro für das Porno-Festival „Natural Instincts“ bereitgestellt. Diese Entscheidung des Stadtrats stößt auf gemischte Reaktionen, sowohl vom Bürgermeister als auch von den Bürgern. Die Kontroverse um die Finanzierung des Festivals ist entbrannt.
Der Stadtrat von Stuttgart hat in seiner Sitzung am 15. Dezember eine umstrittene Entscheidung getroffen: Im Haushalt für die nächsten zwei Jahre sind 30.000 Euro für die Finanzierung des Sex-Festivals „Natural Instincts“ vorgesehen.
Bürgermeister Frank Noper äußerte sich auf Facebook besorgt über die Entscheidung: „Der Haushalt enthält viele gute Ansätze, aber auch übermäßige Ausgaben und einzelne Entscheidungen, mit denen ich nicht zufrieden bin.“
Die Bürger von Stuttgart zeigen sich ebenfalls kritisch. Ein Mitglied der CDU kommentierte: „Jeder, der Porno-Festivals als politische Priorität in Stuttgart sieht, lebt in einer falschen Welt.“ Der Fraktionsvorsitzende Alexander Koc (52) fügte hinzu: „Die Finanzierung des Festivals ist unangemessen, beunruhigend und beleidigt viele Menschen in Stuttgart.“
Das Festival „Natural Instincts“, das 2021 erstmals in Stuttgart stattfand, hat sich zum Ziel gesetzt, „einen Ort zu schaffen, an dem die Vielfalt der Körper und Sexualitäten gefeiert wird. Ein Raum, in dem Bedürfnisse und Grenzen bewusst wahrgenommen, kommuniziert und respektiert werden“, so die Organisatoren. Neben der Vorführung pornografischer Filme waren auch Workshops und Partys geplant, bei denen der verantwortungsvolle Umgang mit Alkohol und Verhütungsmitteln betont wurde.
Politiker empört
Die politischen Reaktionen auf das Festival sind gemischt. Während die CDU und andere kritische Stimmen die Finanzierung des Festivals ablehnen, sieht die städtische SPD darin einen positiven Beitrag zur Gesellschaft: „Das feministische Festival wird dazu beitragen, Tabus rund um das Thema Sexualität zu brechen, wichtige Diskurse anzustoßen und letztendlich die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern.“
Die Kritik am Umgang mit Alkohol und Drogen auf dem Festival ist jedoch ein weiterer Streitpunkt. Auf der Website der Veranstaltung heißt es: „Wir übernehmen Verantwortung für unseren Konsum und machen eine Pause, wenn nötig. Jeder, der unter dem Einfluss von Substanzen seine eigenen und fremden Grenzen nicht mehr erkennen kann, sollte jeglichen Konsum vermeiden.“ Kritiker argumentieren, dass dies nicht ausreicht und eine Null-Toleranz-Politik gegenüber illegalen Drogen angemessener wäre.